www.dichterGarten.com

gehSenge

In der Schlucht

In der Schlucht
Drängen die vielen,
Schulter an Schulter.

Meinen Weg gehe ich nicht.
Sie stoßen und drängen,
stören mich - sehr.

Die Freunde – die beiden.
Der eine anonym;
Anwesend der andere,
Lieb aber unerreichbar.

-------------------------------------------

Am Rande sitzen sie,
Die jungen Frauen,
Die Schönen,
Und klagen und weinen.
Nicht eine aber zwei
Von ihnen
werden sterben
Schon bald.

Ich höre und sehe,
Gehe und verlasse
Und weine –
Dann auch.

Ich will weg
Von ihnen –
Den Schönen.
Vom Gedränge
Auf die Hochebene.
Die Scham der Schlucht -
Einsam.

-------------------------------------------


Mühsam
Beginne ich zu fliegen.
Der Flug strengt
Mich an.
Im Gelingen
Beginnt der Kampf,
Die Höhe zu halten,
Dem Gedränge
Der Klage
Zu entfliehen.

Ich schwebe,
Ich fliege
Allein und gern.
Ich fliege,
Ich schwebe.

Im Wettstreit
Kommt der Unerreichbare
Und fliegt mit mir
Im Spiel.

Wir kreisen und schweben,
gleiten und kreisen.
Wir - zwei.

Er fliegt
In die Schlucht
Ins Tal.
Sein Weg
Wird enden -
Schon bald.

Ich fliege hinauf
Auf die Hochebene,
Die Scham
Der Schlucht;
Und bin allein.

Der Flug ist schwer.
Die Freude so groß.

-------------------------------------------


Eine Hand
Die Hand von einer der Schönen.
Die Frau ist schön,
so schön.
Eine Berührung,
Ich fasse ihre Hand
Gerne.

Einen Augenblick
Und sie, die Einsame der Schönen,
Fliegt,
Fliegt mit mir
Hand in Hand
Zu zweit.

Mit Mühen kann sie
Mir nur folgen.
Ich verliere an Höhe -
Ein Absturz droht.

Aber ich stütze sie,
Ich fasse sie an,
Greife an ihre Brust
Und hebe. Wir fliegen.

 

Verschämt schau
Ich zu ihr. Sie ist
So schön.
An der Brust stütze
Ich sie. Verschämt
Ihr Blick und der meine.

Doch dann die Bäume
Über den Köpfen der Vielen.
Tore, Tore - wir
Müssen dadurch.

-------------------------------------------


Im Tal der Schlucht
Wird geheiratet
Die Göttliche heiratet
Den Göttlichen.
Ihre Reizwäsche wird gespannt
Zwischen den Stämmen.

Da müssen wir durch,
Müssen dadurch.
Es gelingt, aber wir
Verlieren an Höhe.
Und landen am Tisch.
Am Tisch der Schönen,
Der Geselligen.

Ich will
Bei ihr
Bleiben.

Sie will
Auch
Zu mir.

Aber die Geselligen,
Sie rufen.
Sie rufen die Einsame.
Sie setzt sich dazu -
Hinweg.

-------------------------------------------


Und ich gehe,
Gehe wieder
Im Gedränge.
Sie stoßen
Mich an
Sie drängen.
Sie stören.

So treff
Ich
Den Göttlichden.

Er spricht
Zu mir,
Ich kenne ihn
Gut.

„Sie schläft
Nicht
Bei mir.
Sie schläft
Im Wagen.
Warum?
Warum schläft
Sie im Wagen?
Und nicht bei mir?“

-------------------------------------------


Ich will gratulieren
Der Göttlichen
Mit Freuden.

Sie ruft
Mich herbei.
Ich gratuliere
Ihr gern.

Ihre Scham
Ist
So groß.
Sie zieht
Mich heran.
Sie zieht
Mich
In die Schlucht.

Ihr Mund
Will mich
Küssen.

Ihre Nägel
So lang
100 Meter lang.
Sie kneift in
Mein Glied,
Und auch
in den Sack.

Mein Mund
Will sie
küssen.
Der Schwanz
Ist bereit.

Doch Ihre Nägel
Und der Göttliche
Halten mich ab.

Halten mich ab.

-------------------------------------------


Ich gehe zum
Göttlichen, er
Riecht nicht
So schön.

Ich
Atme
Ich
Rieche
Und spreche:

„Nimm
Drei Scheiben
Scheiben vom Brot,
Vom Brot,
Dem Weißen,
Und halte sie,
Halte sie stets
Stets
Vor deinen Mund,
Vor deinen
Mund.“

© wRoo 2014

 




home wRoo Kontakt & Impressum