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[Dogen Zenji] mashUp



Shobogenzo,...Bendowa,...Fukan zazengi,...Genjo koan,...Ikka no myoyu,...Soku shin ze butsu,...Zazenshin,...


Alltagsleben



Der Kern der Übung

Im ersten Satz wird ausgedrückt, dass zwischen Täuschung und Verwirklichung, zwischen Praxis und Handeln, zwischen Leben und Tod und zwischen Buddhas und gewöhnlichen Menschen unterschieden wird, wenn die Welt und das Leben auf der Grundlage einer idealistischen Methode des Denkens verstanden werden. Zu diesem Denken und diesen Ideen gehören auch die Theorie und Lehre des Buddha-Dharma. Dem liegt meistens die Vorstellung eines getrennten, denkenden Ich zugrunde.
Im zweiten Satz wird dagegen eine ganz andere Grundlage und Methode des Denkens gewählt. Es handelt sich hier um den materialistischen Standpunkt, der durch die Formulierung gekennzeichnet ist, »wenn die unzähligen Dharmas alle nicht vom Selbst sind«, also kein subjektives Denken besteht und scheinbar die objektive Welt erkannt wird. Dann gibt es überhaupt keinen Unterschied zwischen Täuschung und Verwirklichung, Buddhas und gewöhnlichen Menschen oder Leben und Tod. Mit anderen Worten: Die Bedeutungen dieser Begriffe und Gedanken können dann gar nicht erkannt und verstanden werden, denn aus materialistischer Sicht kann man zum Beispiel nicht von Täuschung oder Verwirklichung, von Buddhas und gewöhnlichen Menschen usw. sprechen. Die materielle Sicht erkennt nur das wahrgenommene Äußere an und kennt keine spirituellen oder geistigen Inhalte. Dies entspricht weitgehend dem Verständnis der westlichen Naturwissenschaft und Technik. (...)
Im dritten Satz wird die umfassende Buddha-Wahrheit beschrieben und die Lebenspraxis dargestellt, die über Theorie, Denken und Bewertungen hinausgeht. Sie ist die wahre Wirklichkeit.
Im vierten Satz sagt uns Dōgen, dass wir nicht in einer idealen Welt wie in einem Paradies leben, sondern dass wir es mit fallenden Blüten und wucherndem Unkraut zu tun haben, aber dass wir uns davon nicht entmutigen lassen sollen, da wir im Besitz der Buddha-Wahrheit und der Übungspraxis sind.(...)
Dōgen betont an anderer Stelle, dass insbesondere unsere Vorstellungen und vor allem unsere Bewertungen oft statisch und dauerhaft sind und dass wir diese häufig mit der Wirklichkeit verwechseln. Wenn wir das erkennen und verwirklichen, erwachen wir im Sinne von Gautama Buddha. Dann geht Dōgen auf das für ihn so wichtige Handeln des Menschen ein und sagt, dass wir bei Zielen, die dem Eigennutz dienen, uns selbst in Täuschungen und Illusionen verfangen. Wenn dagegen die zehntausend Dharmas dieser Welt uns aktiv zum Tun und Handeln bringen, wir also ohne eigene Gier nach Ruhm oder Profit so handeln, wie es die Situation erfordert, ist dies Erwachen.

(Nishijima Roshi: Zen Schatzkammer. Einführung in Dogens Shobogenzo. Das verwirklichte Leben und Universum.)

Herzzeit 2.0

Der Buddha-Weg

Wenn wir alle Erscheinungen Dharmas als den Buddha-Dharma denken, gibt es Täuschung und Erwachen, Praxis, Leben und Tod, Buddhas und Lebewesen. Wenn jedes der zehntausend Dinge Dharmas nicht das Selbst ist, gibt es keine Täuschung und kein Erwachen, keine Buddhas und keine Lebewesen, kein Leben und keinen Tod. Der Buddha-Weg ist von Anbeginn jenseits von Überfluss und Mangel, und deshalb gibt es Augenblick für Augenblick Leben und Tod, Täuschung und Erwachen, Lebewesen und Buddhas. Selbst wenn dies alles so ist, fallen die Blüten, obwohl wir es bedauern, und wächst das Unkraut, obwohl es uns nicht gefällt.
Es ist Täuschung, wenn wir uns selbst zwingen, die zehntausend Dinge willentlich zu üben und zu erfahren. Es ist Erwachen, wenn die zehntausend Dinge uns selbst auf natürliche Weise üben und erfahren.
(...)Wenn ein Mensch in diesem Zustand Buddhas Wahrheit praktiziert und erfährt, erlangt er einen Dharma und durchdringt einen Dharma und er begegnet dem Handeln und vollzieht das Handeln.
(Dogen: Genjo koan.)

Shobogenzo



Wir müssen uns also auf dem Buddha-Weg von vorgefassten und eingefahrenen Gedanken, Vorstellungen und Gefühlen befreien, um offen für eine neue Entwicklung und Wahrheit zu sein. Dabei ist es notwendig, sich für die Vielfalt der Welt zu öffnen und sie zu erfahren. Es ist weiterhin wesentlich, sich von der Fixierung auf den subjektiven Körper und denkenden Geist, also dem Ich, zu befreien und, wie Dōgen sagt, »Körper und (denkenden) Geist fallen zu lassen«.
(Nishijima Roshi: Das verwirklichte Leben und Universum.)

Jean-Luc Godard: Wir erzählen von einem Film, den wir gesehen haben, auch immer nur Stücke.

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