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[Shunryu Suzuki] mashUp


Alltagsleben



Worte, die in meinem Herz geschrieben sind.

Sutras und Gedichte -
ich stecke sie unter meine Robe,
verbrenne sie alle.
Nicht aber die Worte,
die in mein Herz geschrieben sind.
(Ikkyu Sôjun)

 Die auf Papier geschriebene Lehre ist nicht die wahre Lehre.
(Shunryu Suzuki)

Thich Nah Than German Retreat

Rechtes Bemühen

Wenn ihr etwas tut, wollt ihr gewöhnlich etwas erreichen und haftet an einem Ziel „Von Erreichen zu Nicht-Erreichen“ heißt, die unnützen und schlechten Auswirkungen des Bemühens los¬zuwerden. Wenn ihr etwas im Geist des Nicht-Erreichens tut, hat es eine gute Qualität. Etwas zu tun, ohne sich auf besondere Weise dabei anzustrengen, ist genug. Wenn ihr eine besondere Anstren¬gung macht, um etwas zu erreichen, dann kommt eine Qualität von Übermäßigkeit hinein, ein zusätzliches Element. Ihr solltet das, was übermäßig ist, loswerden. Wenn eure Praxis gut ist, wer¬det ihr, ohne es zu merken, stolz darauf werden. Dieser Stolz ist etwas Zusätzliches. Was ihr tut, ist gut, aber ihr habt noch etwas hinzugefügt. Rechtes Bemühen heißt dieses Zusätzliche loswerden. Dieser Punkt ist ungemein wichtig, doch gewöhnlich sind wir nicht feinsinnig genug, um dies zu bemerken, und gehen so in die falsche Richtung.
Ihr lebt in dieser Welt als einzelne Individuen, doch bevor ihr die Form eines menschlichen Wesens annehmt, seid ihr bereits da, wart ihr immer schon da. Wir sind immer hier. Versteht ihr? Ihr glaubt, bevor ihr geboren wurdet, wart ihr nicht hier. Doch wie ist es euch möglich, in dieser Welt zu erscheinen, wenn es euch nicht gibt? Weil ihr bereits da seid, könnt ihr in der Welt erscheinen. Ebenso kann etwas, das nicht existiert, nicht verschwinden. Weil etwas da ist, kann es verschwinden. Ihr denkt vielleicht, wenn ihr sterbt, verschwindet ihr, dann existiert ihr nicht mehr. Doch obwohl ihr verschwindet, kann etwas, das existiert, nicht nicht-existent sein. Das ist das Wunderbare. Wir selbst können keinen ma¬gischen Zauber auf die Welt ausüben. Die Welt ist ihr eigener Zauber. Wenn wir etwas anschauen, kann es aus unserer Sicht verschwinden, aber wenn wir nicht versuchen, es zu sehen, kann dieses Etwas nicht verschwinden. Weil ihr es betrachtet, kann es verschwinden, doch wenn niemand es betrachtet, wie ist es dann möglich, dass etwas verschwindet? Wenn jemand euch betrachtet, könnt ihr ihm entkommen, doch wenn niemand hinschaut, könnt ihr euch selbst nicht entkommen.
Versucht also nicht, etwas Besonderes zu sehen; versucht nicht, etwas Besonderes zu erreichen.
(Shunryu Suzuki: Zen-Geist Anfänger Geist.)

Mein inneres Auge



Friede ist nicht das gleiche wie Glück.
Setz dich sechs Jahre vor eine Wand,
bis dein Ich wie Kerzenwachs dahinschmilzt. (Ikkyû Sôjun)

 Paul Celan: So schwieg auch der Stein, und es war still im Gebirg, wo sie gingen, der und jener.

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