www.zuschauKunst.de

[celan] mashUp

ein aufrechtes Schweigen



IN DIE FERNE

Stummheit, aufs neue, geräumig, ein Haus –:
komm, du sollst wohnen.

Stunden, fluchschön gestuft: erreichbar
die Freistatt.

Schärfer als je die verbliebene Luft: du sollst atmen,
atmen und du sein.
(Paul Celan: IN DIE FERNE.)

Stimmen

Celan: Du - ganz, ganz wirklich. Ich - ganz Wahn.

Celan: Sprich -
Doch scheide das Nein nicht vom ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.

Atemwende



Nicht die richtige Zeit

Lieber Paul, das ist nun vielleicht wieder nicht die richtige Zeit, um einiges zu sagen, was sich schwer sagen lässt, aber es gibt ja die richtige Zeit nicht, sonst hätte ich es schon einmal über mich bringen müssen. Ich glaube wirklich, dass das grössere Unglück in Dir selbst ist. Das Erbärmliche, das von aussen kommt - und Du brauchst mir nicht zu versichern, dass es wahr ist, denn ich weiss es ja zu einem grossen Teil - ist zwar vergiftend, aber es ist zu überstehen, es muss zu überstehen sein. Es kann jetzt nur von Dir abhängen, ihm richtig zu begegnen, Du siehst ja, dass alle Erklärungen, jedes Eintreten, so richtig es auch gewesen sein mag, in Dir das Unglück nicht verringert hat, wenn ich Dich sprechen höre, kommt es mir vor, als sei alles wie es vor einem Jahr war, als gelte es Dir nichts, was dass viele Menschen sich bemüht haben, als gelte nur das andere, der Schmutz, das Hämische, die Torheit. Du verlierst auch Freunde, weil die Menschen fühlen, dass es Dir weniger gilt, dass auch ihr Widerspruch nicht gilt, wo er ihnen vonnöten scheint. Der Widerspruch fällt leicht unglücklicher aus als das Einverständnis, aber nützlicher ist er manchmal doch, und seis auch nur, dass man für sich selber danach besser herausfindet, als die anderen, wo der Fehler liegt.
(Ingeborg Bachmann: Herzzeit. S. 153)

 John Cage: Jeder Augenblick ist absolut, lebendig und bedeutsam.

home wRoo Kontakt & Impressum