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[celan] mashUp

wozu Dichter



Bei Wein und Verlorenheit

Bei Wein und Verlorenheit, bei
beider Neige:
ich ritt durch den Schnee, hörst du,
ich ritt Gott in die Ferne - die Nähe, er sang,
es war
unser letzter Ritt über
die Menschen-Hürden.
Sie duckten sich, wenn
sie uns über sich hörten, sie
schrieben, sie
logen unser Gewieher
um in eine ihrer
bebilderten Sprachen.
(Paul Celan: Bei Wein und Verlorenheit.)

In Ägypten

Celan: Er redet nicht, er spricht, und wer spricht, Geschwisterkind, der redet zu niemand, der spricht, weil niemand ihn hört, niemand und Niemand, und dann sagt er, er und nicht sein Mund und nicht seine Zunge, sagt er und nur er: Hörst du?

Celan: In meinem ersten Gedichtband habe ich manchmal noch verklärt - das tue ich nie wieder!

Atemwege



weil ich mich nicht schützen kann

Von den vielen Ungerechtigkeiten und Beleidigungen, denen ich bisher ausgesetzt [war,] sind mir am schlimmsten immer die Du mir zugefügt hast - auch weil ich sie nicht mit Verachtung oder Gleichgültigkeit beantworten kann, weil ich mich nicht schützen kann dagegen, weil mein Gefühl für Dich immer zu stark bleibt und mich wehrlos macht.
(Ingeborg Bachmann: Herzzeit. S. 153)

Friedrich Nietzsche: Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

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