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[celan] mashUp

ich grab mich dir zu



DIE HALDE

Neben mir lebst du, gleich mir:
als ein Stein
in der eingesunkenen Wange der Nacht.

O diese Halde, Geliebte,
wo wir pausenlos rollen,
wir Steine,
von Rinnsal zu Rinnsal.
Runder von Mal zu Mal.
Ähnlicher. Fremder.

O dieses trunkene Aug,
das hier umherirrt wie wir
und uns zuweilen
staunend in eins schaut.
(Paul Celan: DIE HALDE.)

Mandorla

Celan: Denn zu wem redet er, der Stock?
Er redet zum Stein, und der Stein - zu wem redet der?

Celan: Eins und Unendlich,
vernichten,
ichten.

Niemandsrose



Das Gedicht verweilt und verhofft

Dichtung: das kann eine Atemwende bedeuten. Wer weiß, vielleicht legt die Dichtung den Weg - auch den Weg der Kunst - um einer solchen Atemwende willen zurück?
Das Gedicht verweilt oder verhofft – ein auf die Kreatur zu beziehendes Wort – bei solchen Gedanken.
Niemand kann sagen, wie lange die Atempause – das Verhoffen und der Gedanke – noch fortwährt. Das " Geschwinde" , das schon immer "draußen" war, hat an Geschwindigkeit gewonnen; das Gedicht weiß das; aber es hält unentwegt auf jenes "Andere" zu, das es sich als erreichbar, als freizusetzen, als vakant vielleicht, und dabei ihm, dem Gedicht – sagen wir: zugewandt denkt.
Sind diese Wege nun Umwege, Umwege von dir zu dir? Aber es sind ja zugleich auch, unter wie vielen anderen Wegen, Wege, auf denen die Sprache stimmhaft wird, es sind Begegnungen, Wege einer Stimme zu einem wahrnehmenden Du, kreatürliche Wege, Daseinsentwürfe vielleicht. (Paul Celan: Büchner-Preis-Rede.)

Friedrich Nietzsche: Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

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