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[celan] mashUp

ein aufrechtes Schweigen



Aus Herzen und Hirnen

Aus Herzen und Hirnen
sprießen die Halme der Nacht,
und ein Wort, von Sensen gesprochen,
neigt sie ins Leben.

Stumm wie sie
wehn wir der Welt entgegen:
unsere Blicke,
getauscht, um getröstet zu sein,
tasten sich vor,
winken uns dunkel heran.

Blicklos
schweigt nun dein Aug in mein Aug sich,
wandernd
heb ich dein Herz an die Lippen,
hebst du mein Herz an die deinen:

was wir jetzt trinken,
stillt den Durst der Stunden;
was wir jetzt sind,
schenken die Stunden der Zeit ein.

Munden wir ihr?
Kein Laut und kein Licht
schlüpft zwischen uns, es zu sagen.

O Halme, ihr Halme.
Ihr Halme der Nacht.
(Paul Celan: Aus Herzen und Hirnen.)

Psalm

Celan: Zwei Menschen sind in mir, einer versteht den anderen nicht.

Celan: Es ist heute zur Mode geworden, sich die Frage zu beantworten, wie man Gedichte macht; man sollte sich eher fragen, wie man dazu kommt, sich eine solche Frage zu stellen.

Atemwende



Überm Gebirg

Auf dem Stein bin ich gelegen, damals, du weißt, und mein Stock, der hat gesprochen, hat gesprochen zum Stein, und mein Stock, der schweigt jetzt still, und der Stein, sagst du, der kann sprechen, und in meinem Aug, da hängt der Schleier, der bewegliche, da hängen die Schleier, die beweglichen, da hast du den einen gelüpft, und da hängt schon der zweite, und der Stern - denn ja, der steht jetzt überm Gebirg -
(Paul Celan: Gespräch im Gebirg)

Georg Gadamer: Ein Verweilen, das sich offenbar dadurch auszeichnet, dass es nicht langweilig wird. Je mehr wir verweilend uns darauf einlassen, desto sprechender, desto vielfältiger, desto reicher erscheint es.

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