www.zuschauKunst.de

[celan] mashUp

ich grab mich dir zu



Psalm

Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm,niemand bespricht unseren Staub.
Niemand.

Gelobt seist du, Niemand.
Dir zulieb wollen
wir blühn.
Dir
entgegen.

Ein Nichts
waren wir, sind wir, werden
wir bleiben, blühend:
die Nichts-, die
Niemandsrose.

Mit
dem Griffel seelenhell,
dem Staubfaden himmelswüst,
der Krone rot
vom Purpurwort, das wir sangen
über, o über
dem Dorn.

(Paul Celan: Psalm.)

Du Darfst

Celan: So schwieg auch der Stein, und es war still im Gebirg, wo sie gingen, der und jener.

Celan: Sprich -
Doch scheide das Nein nicht vom ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.

Gegen-Bilder



Mitgegeben auf den Weg

Im Gedicht wird etwas gesagt, doch faktisch so, daß das Gesagte solange ungesagt bleibt, als derjenige, der es liest, es sich nicht gesagt sein läßt. Mit anderen Worten: das Gedicht ist nicht aktuell, sondern aktualisierbar. Das ist, auch zeitlich, die "Besetzbarkeit" des Gedichts: das Du, an das es gerichtet ist, ist ihm mitgegeben auf den Weg zu diesem Du. Das Du ist, noch ehe es gekommen ist, da. (Auch das ist Daseinsentwurf).
(Paul Celan: Der Meridian.)

Peter Sloterdijk: Bei Licht betrachtet macht unsere Welt ja immernoch einen ziemlich zusammengewürfelten, improvisierten Eindruck.

home wRoo Kontakt & Impressum