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Die Werke der Alten




Mörder Ich

Es war einmal –
Ein arm menschenKind,
pech schwarz, lebt im Kongo
Diamanten waschen,
Knochenhart Tag und Nacht.
nieMANd hört
Kein Ort
Alles todt.

Drum verläßt es
Vater und Mutter,
arm menschenKind,
Gold graben in Ghana,
tieffinster Tag und Nacht.
nieMANd sieht
Kein Ort
Alles todt.

So zieht es weiter,
allein,
arm menschenKind,
in das Nigerdelta Benzin kochen,
sengendheiß Tag und Nacht.
nieMANd fühlt
Kein Ort
Alles todt.

Sterbliches menschenKind
will doch nur leben.
nieMANd glaubt
Kein Ort. Nirgends, Alles todt.

Mörder Ich.

 

© wRoo 2014

 

Roberto Simanowski: Es liegt beim Publikum selbst, ob es sich ,nur' der materiellen Intensität eines Werks aussetzt oder auch der Herausforderung seiner Deutung stellt.

 

Gegen-Worte



Schlechte Schauspieler.

Einige von ihnen wollen, aber die meisten werden nur gewollt.
Einige von ihnen sind echt, aber die meisten sind schlechte Schauspieler.
Es gibt Schauspieler wider Wissen unter ihnen und Schauspieler wider Willen –, die Echten sind immer selten, sonderlich die echten Schauspieler.
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 169)


Wandlungen der Leere.

Jeder Augenblick zeigt, was geschieht. Ich entwickelte die Kompositionsmethode durch das Losen mit Münzen, die im Buch der Wandlungen verwendet wird. Man mag einwenden, dass von diesem Standpunkt aus alles geht.
Tatsächlich geht auch alles, aber nur wenn nichts zur Grundlage genommen wird. In einer völligen Leere kann alles stattfinden. Und unnötig es zu sagen, jeder Klang ist einmalig (kam zufällig vor, während gespielt wurde) und ist nicht informiert über europäische Geschichte und Theorie: Hällt man den Verstand auf die Leere gerichtet, auf den Raum, kann man sehen, es kann alles darin sein, ist tatsächlich darin.
(John Cage: Silence. S. 124f.)

Martin Heidegger: Metaphysik ist ein Grundgeschehen im menschlichen Dasein.

Googleberg



 Paul Celan: Denn zu wem redet er, der Stock?
Er redet zum Stein, und der Stein - zu wem redet der?

Dichten ist Maß-Nahme



Dass ein Bild nicht nur Bild bleibe

Wo ist Unschuld? Wo der Wille zur Zeugung ist. Und wer über sich hinaus schaffen will, der hat mir den reinsten Willen.
Wo ist Schönheit? Wo ich mit allem Willen wollen muß; wo ich lieben und untergehn will, daß ein Bild nicht nur Bild bleibe.
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten. Wille zur Liebe: das ist, willig auch sein zum Tode.
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 125f.)



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