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myArt 141212



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das Augenkind




Mörder Ich

Es war einmal –
Ein arm menschenKind,
pech schwarz, lebt im Kongo
Diamanten waschen,
Knochenhart Tag und Nacht.
nieMANd hört
Kein Ort
Alles todt.

Drum verläßt es
Vater und Mutter,
arm menschenKind,
Gold graben in Ghana,
tieffinster Tag und Nacht.
nieMANd sieht
Kein Ort
Alles todt.

So zieht es weiter,
allein,
arm menschenKind,
in das Nigerdelta Benzin kochen,
sengendheiß Tag und Nacht.
nieMANd fühlt
Kein Ort
Alles todt.

Sterbliches menschenKind
will doch nur leben.
nieMANd glaubt
Kein Ort. Nirgends, Alles todt.

Mörder Ich.

 

© wRoo 2014

 

Joseph Beuys: Durch Menschen bewegen sich Ideen fort, während sie in Kunstwerken erstarren und schließlich zurückbleiben.

 

urHeberrecht



Verwirklichung ohne den Makel der Wirklichkeit.

Die Literatur, die eine mit dem Denken vermählte Kunst und eine Verwirklichung ohne den Makel der Wirklichkeit ist, scheint mlr das Ziel zu sein, das jede menschliche Anstrengung ansteuern sollte, wenn sie wahrhaft menschlich und nicht ein Überrest der Tierhaftigkeit wäre. Ich glaube, eine Sache ausdrücken heißt ihre Kraft bewahren und ihr den Schrecken nehmen. Alles ist, was wir sind, und alles wird ,für diejenigen, die uns in der Mannigfaltigkeit der Zeit nachfolgen werden, so sein, wie wir es uns intensiv vorgestellt haben, das heißt wie wir es dank unserer Phantasie wahrhaft gewesen sind. Ich glaube nicht, daß die Geschichte mit ihrem großen farblosen Panorama mehr ist als eine Abfolge von Deutungen, ein verworrener Konsens zerstreuter Zeugen. Romanciers sind wir alle, und wir erzählen, wenn wir sehen, weil sehen so verwickelt ist wie alles übrige. In diesem Augenblick kommen mir so viele fundamentale Gedanken, so viele wahrhaft metaphysische Dinge möchte ich mitteilen, daß ich auf einmal müde werde und die Entscheidung fälle, nicht weiterzuschreiben, nicht weiterzudenken, sondern geschehen zu lassen, daß mir das Ausdrucksfieber Schlaf schenkt und"ich mit geschlossenen Augen all das, was ich gesagt haben könnte, wie eine Katze streichele.
(Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe. S. 294.)

Die Oper und das Nichts.

Ich denke, es war und ist schwierig, eine Oper zu schreiben, die eine Einheit in sich bildet. (...) Es sind weniger die Stränge zwischen den verschiedenen Elementen, als vielmehr das Nichts dazwischen, das der Oper Existenz verleiht.
(John Cage: Out of the Cage.)

 Elias Canetti: Ich habe es schwer, ich lebe gern.

Gegen-Bilder



Karlheinz Stockhausen: Je schneller die Kommunikation, umso geringer die Information.

Tausendkristall



Selberdenken lernen.

"Selberdenken lernen" heißt in Wirklichkeit zu lernen, wie man über das Wie und Was des eigenen Denkens eine gewisse Kontrolle ausübt. Es heißt, selbstbewusst und aufmerksam genug zu sein, um sich zu entscheiden, wie man aus Erfahrungen Sinn konstruiert.
David Foster Wallace: Das hier ist Wasser.



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