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Es waren Augenblicke




Mörder Ich

Es war einmal –
Ein arm menschenKind,
pech schwarz, lebt im Kongo
Diamanten waschen,
Knochenhart Tag und Nacht.
nieMANd hört
Kein Ort
Alles todt.

Drum verläßt es
Vater und Mutter,
arm menschenKind,
Gold graben in Ghana,
tieffinster Tag und Nacht.
nieMANd sieht
Kein Ort
Alles todt.

So zieht es weiter,
allein,
arm menschenKind,
in das Nigerdelta Benzin kochen,
sengendheiß Tag und Nacht.
nieMANd fühlt
Kein Ort
Alles todt.

Sterbliches menschenKind
will doch nur leben.
nieMANd glaubt
Kein Ort. Nirgends, Alles todt.

Mörder Ich.

 

© wRoo 2014

 

John Cage: Themen und Nebenthemen; ihr Kampf; ihre Durchführung; die Steigerung; die Reprise

 

ebenBild



Dasein des heutigen Menschen.

Wir können nur fragen, ob der heutige Mensch jene Spitze des schärfsten Augenblicks immer schon abgebrochen und umgebogen hat und stumpf macht und stumpf erhält durch die Eiligkeit seines Reagierens, durch die Plötzlichkeit seiner Programme, welche Eiligkeit und Plötzlichkeit er mit oder Entschlossenheit des Augenblicks zusammenwirft. Wir können jene tiefe Langeweile im Dasein des heutigen Menschen nicht feststellen, wir können nur fragen, ob der heutige Mensch nicht gerade in und durch alle seine heutigen Menschlichkeiten jene tiefe Langeweile niederhält, und das heißt, ob er nicht sein Dasein als solches sich verbirgt.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.248.)

Die Idee des solitären Werks.

Alle Werke stehen also nicht nur in einem generellen Sinne in der Zeit, sondern beziehen sich auch direkt oder indirekt auf spezifisch andere Werke. Die Idee des solitären Werks ist nicht nur theoretisch unmöglich, sondern - auch im Hinblick auf herausragende Werke - empirisch nicht haltbar.
(Felix Stadler: Neun Thesen zur Remix-Kultur.)

Georg Büchner: Man muß die Menschheit lieben.

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Arno Schmidt: Etyms will be Etyms.

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Parallelformen - nicht vom Menschen gemacht.

Wenn man zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die Verständigung zwischen Menschen ganz allgemein nur durch das Kunstwerk des Denkens und der Sprache vollziehbar ist - vorausgesetzt jetzt wie immer, daß man den Begriff der Skulptur oder der Kunst so stark erweitern will, daß man auf diesen anthropologischen Punkt kommt, wo Denken bereits eine Kreation und ein Kunstwerk ist, also plastischer Vorgang ist und fähig ist, eine bestimmte Form zu erzeugen, und sei es nur eine Schallwelle, die das Ohr des anderen erreicht-, wenn ich das also jetzt niederschreibe; gibt es in der Welt eine Form, die ist zweifellos vom Menschen gemacht. Aber wenn ich zum Fenster herausschaue, dann sehe ich einen Tannenbaum, ist auch nichts anderes als eine Form, und die ist nicht vom Menschen gemacht. Wenn ich den Begriff also radikal bis an diese Stelle erweitere und anthropologisch mache und den Kreativitätsbegriff schon im Denken ansetze, der fähig ist, Formen in der Weltzu bewirken, muß ich eigentlich auch sagen, daß es zu den Formen, die ich produziere, Parallelformen gibt, die nicht vom Menschen gemacht sind.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 81)



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