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Wolken




Mörder Ich

Es war einmal –
Ein arm menschenKind,
pech schwarz, lebt im Kongo
Diamanten waschen,
Knochenhart Tag und Nacht.
nieMANd hört
Kein Ort
Alles todt.

Drum verläßt es
Vater und Mutter,
arm menschenKind,
Gold graben in Ghana,
tieffinster Tag und Nacht.
nieMANd sieht
Kein Ort
Alles todt.

So zieht es weiter,
allein,
arm menschenKind,
in das Nigerdelta Benzin kochen,
sengendheiß Tag und Nacht.
nieMANd fühlt
Kein Ort
Alles todt.

Sterbliches menschenKind
will doch nur leben.
nieMANd glaubt
Kein Ort. Nirgends, Alles todt.

Mörder Ich.

 

© wRoo 2014

 

Jean-Luc Godard: Wörter können über Wörter sprechen. Schief wird es erst, wenn Wörter über Bilder sprechen.

 

zufällige Doppelschöpfung



Ich habe einen Traum.

Als Kind träumte ich davon, das Universum zu erkunden, andere Welten und Galaxien zu sehen. Dann stellte ich fest, dass man das wohl nur auf dem Planeten tun kann, auf dem man lebt. Auch dieser Planet wartet auf Erkundung. Es beginnt schon mit der Erkundung des eigenen Selbst. Früher einmal dachte ich, Buddha sei eine Person oder eine Gottheit. Aber die existiert nicht. Es ist ein Zustand, der in menschlichen Wesen vorkommt. Es ist unsere Essenz, unser wahres Selbst. Es existiert in jedem Menschen, ob er es weiß oder nicht. Es schläft, weil die meisten von uns direkt aus der Wiege entführt werden. Wir halten uns an das, was man uns beibringt. Manche Menschen sterben für die Ideen anderer und glauben, es seien ihre eigenen.
Bewahre dir deine Träume! Besonders jene, die du als Kind hattest, in der Morgendämmerung deines Lebens. Es ist so schwer, an ihnen festzuhalten, dass viele Leute sie wegwerfen. Was übrig bleibt, ist ein Roboter, der die Träume anderer erfüllt.
Wir müssen um Selbsterkenntnis kämpfen. Es ist wie mit den kleinen Schildkröten, die ins offene Meer wollen: Viele schaffen es, manche nicht. Aber auch für diejenigen, die es nicht schaffen, muss das noch nicht das Ende sein. Begriffe wie Anfang und Ende existieren für mich nicht. Es gibt den Moment, und es gibt Potenzial.
Ein Moment ist eine Miniatur der Ewigkeit. Ewigkeit kann nicht existieren ohne Momente. Wie es ist, im Moment zu sein, kannst du erleben, wenn du ein Instrument spielst oder einen Roman schreibst. Oder stell dir vor, du hast ein Date mit einer schönen Frau: Ihr fangt an zu reden, ohne Probe, ohne Manuskript. Wenn du aus deinem Inneren sprichst, aus dem sogenannten Herzen, bist du vollkommen im Moment. Hinterher sagst du vielleicht: Wir hatten eine gute Zeit, und ich weiß gar nicht, warum. Vielleicht, weil du dich nicht hinter einer Maske versteckt hast, weil du einfach du selbst warst, anstatt Dinge zu sagen, die du in Filmen gehört oder in Büchern gelesen hast.
Ich sage nicht: Ich bin Buddhist. Ich sage: Ich übe, um einer zu werden. Ich versuche den Menschen in mir zu wecken, der noch schläft.
(Wayne Shorter: Ich habe einenTraum.)

Das theatralische Organon der Natur.

Im Spiel geht das Natürliche spontan über sich selbst hinaus - mit Richtung auf Geist, Darstellungstrieb und Selbstfeier. Das Spiel ist das theatralische Organon der Natur. Der Mensch zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass er der Intendant jener aus dem Biologischen heraufsteigenden Spielenergien ist.
Johan Huzinga in: Peter Sloterdijk: Für eine Philosophie des Spiels.

 "Wir sharen - also sind wir".

Copy & Paste



Paul Celan: Zwei Menschen sind in mir, einer versteht den anderen nicht.

Es waren Augenblicke



Mit einer großen Freiheit.

Denn woher kommt eigentlich der Rhythmus? Doch aus einer Verpflichtung und weil man diese Verpflichtung innerhalb einer gegebenen Zeit erfüllen muß. Der Rhythmus kommt vom Stil, den man hat, gegenüber der Verpflichtung. Es gibt Leute, die mit viel Stil aus dem Gefängnis ausbrechen. Fidel Castro ist ausgebrochen und dann mit einem gewissen Stil, einem gewissen Rhythmus, einer gewissen Verpflichtung und in einem gegebenen Zeitraum nach Havanna zurückgekommen. Er hat nicht gesagt: Battista hat sechzigtausend Leute, die in den Buchten auf mich warten, also werde ich erst in hundertfünfzig Jahren kommen, wenn mir zweihundertfünfzigtausend Leute zur Verfügung stehen. Es gab da eine Verpflichtung. Das macht den Stil und den Rhythmus. Und das heißt überhaupt nicht, sich zu beugen, im Gegenteil, es heißt, stärker und wendiger zu werden. Und seinen Rhythmus findet man da, wo man es geschafft hat, wendiger zu werden. Und hier zum Beispiel ist es allein aus diesem Grund zu dieser Montage gekommen. Ich finde, daher kommen wirklich die besten Momente des Films. Es sind die Augenblicke, wo etwas mit einer großen Freiheit gemacht wird, wo es eine Verpflichtung gibt und wir ihr mit einer großen Freiheit nachkommen.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.30)



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