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Mörder Ich

Es war einmal –
Ein arm menschenKind,
pech schwarz, lebt im Kongo
Diamanten waschen,
Knochenhart Tag und Nacht.
nieMANd hört
Kein Ort
Alles todt.

Drum verläßt es
Vater und Mutter,
arm menschenKind,
Gold graben in Ghana,
tieffinster Tag und Nacht.
nieMANd sieht
Kein Ort
Alles todt.

So zieht es weiter,
allein,
arm menschenKind,
in das Nigerdelta Benzin kochen,
sengendheiß Tag und Nacht.
nieMANd fühlt
Kein Ort
Alles todt.

Sterbliches menschenKind
will doch nur leben.
nieMANd glaubt
Kein Ort. Nirgends, Alles todt.

Mörder Ich.

 

© wRoo 2014

 

Roland Barthes: Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.

 

Atemkristall



Ein ganz neuer Kosmos.

Es gibt nur die Fähigkeit des Menschen und das, was aus ihr erfließt. Und das kann in einer dauernden Diskussion zwischen den Menschen immer wieder neu besprochen werden und in eine unendliche Produktivität übergehen, die die Welt aufbaut, umbaut, unter Umständen einen ganz neuen Kosmos aufbaut und eben nicht zerstört.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 34)

Das theatralische Organon der Natur.

Im Spiel geht das Natürliche spontan über sich selbst hinaus - mit Richtung auf Geist, Darstellungstrieb und Selbstfeier. Das Spiel ist das theatralische Organon der Natur. Der Mensch zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass er der Intendant jener aus dem Biologischen heraufsteigenden Spielenergien ist.
Johan Huzinga in: Peter Sloterdijk: Für eine Philosophie des Spiels.

Georg Büchner: Einander kennen? Wir müßten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.

Geviert



 Hölderlin: An das Göttliche glauben Die allein, die es selber sind.

wozu Dichter



Parallelformen - nicht vom Menschen gemacht.

Wenn man zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die Verständigung zwischen Menschen ganz allgemein nur durch das Kunstwerk des Denkens und der Sprache vollziehbar ist - vorausgesetzt jetzt wie immer, daß man den Begriff der Skulptur oder der Kunst so stark erweitern will, daß man auf diesen anthropologischen Punkt kommt, wo Denken bereits eine Kreation und ein Kunstwerk ist, also plastischer Vorgang ist und fähig ist, eine bestimmte Form zu erzeugen, und sei es nur eine Schallwelle, die das Ohr des anderen erreicht-, wenn ich das also jetzt niederschreibe; gibt es in der Welt eine Form, die ist zweifellos vom Menschen gemacht. Aber wenn ich zum Fenster herausschaue, dann sehe ich einen Tannenbaum, ist auch nichts anderes als eine Form, und die ist nicht vom Menschen gemacht. Wenn ich den Begriff also radikal bis an diese Stelle erweitere und anthropologisch mache und den Kreativitätsbegriff schon im Denken ansetze, der fähig ist, Formen in der Weltzu bewirken, muß ich eigentlich auch sagen, daß es zu den Formen, die ich produziere, Parallelformen gibt, die nicht vom Menschen gemacht sind.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 81)



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