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[Zen] mashUp


Alltagserfahrungen



Letztlich ist dies alles sinnlos.

Wer glaubt, Buddhaschaft allein dadurch erlangen zu können, dass der Mund tausende und abertausende Male dasselbe rezitiert, ist wie jemand, der hofft, mit einem nach Norden fahrenden Wagen in das südliche Land Etsu zu kommen, oder meint, dass er einen viereckigen Dübel in ein rundes Loch einführen kann. Wenn jemand nur Sätze rezitiert und keine Klarheit über den Weg der Praxis hat, ist es dasselbe, wie wenn jemand Medizin studiert, aber vergessen hat, wie man die Arznei anwendet. Welchen Nutzen hätte dies? Jene, die endlos rezitieren, sind wie Frösche, die im Frühling im Reisfeld sitzen und von früh bis spät quaken. Letztlich ist dies alles sinnlos. Noch schwerer, sich von diesem Irrtum zu befreien, ist es für die Menschen, wenn sie an Ruhm und Gewinn haften. Weil der nach Profit jagende Geist so tief in den Menschen verwurzelt ist, gab es ihn schon von jeher. Wie könnte dieser Geist heute nicht vorhanden sein? Es ist bedauerlich.
(Dogen Zenji: Shobogenzo. Bendowa. Ein Gespräch über die Praxis des Zazen.)

Abstrakte Ideen können wunderschön sein, doch wenn sie mit unserem Leben nichts zu tun haben, welchen nutzen haben sie dann?
(Thich Nhat Hanh: Das Diamantsutra)

Zen - The Life Of Zen Master Dogen

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Gott als Gebender

Jede Existenz in der Natur, jede Existenz in der menschlichen Welt, jedes kulturelle Werk, das wir schaffen, ist, relativ ausgedrückt, etwas, das uns gegeben wurde oder gegeben wird, Da aber alles ursprünglich Eins ist, geben wir in Wirklichkeit alles aus uns he¬raus. Augenblick für Augenblick schaffen wir etwas, und das ist die Freude unseres 'Lebens. Doch dieses „Ich“, das schöpferisch tätig ist und immerfort gibt, ist nicht das „kleine Ich“, sondern das „große Ich“. Selbst wenn ihr das Einssein dieses „großen Ich“ mit allem nicht erkennt, fühlt ihr euch gut, wenn ihr etwas gebt, weil ihr euch zu diesem Zeitpunkt eins fühlt mit dem, was ihr gebt. Deshalb fühlt man sich beim Geben besser als beim Nehmen.
Nach der christlichen Lehre ist jede Existenz in der Natur etwas für uns Geschaffenes oder uns von Gott Gegebenes. Das ist die voll¬kommene Vorstellung des Gebens. Doch wenn ihr denkt, dass Gott den Menschen schuf und dass ihr irgendwie getrennt seid von Gott, dann glaubt ihr womöglich, dass ihr die Fähigkeit besitzt, etwas Separates zu schaffen, etwas, das nicht von Ihm gegeben wurde. Wir schaffen zum Beispiel Flugzeuge und Autobahnen. Und wenn wir wiederholen: „Ich schaffe, ich schaffe, ich schaffe", vergessen wir bald, wer dieses „Ich" eigentlich ist, das die verschiedenen Dinge erschafft, und dann denken wir bald nicht mehr an Gott. Das ist die Gefahr der menschlichen Kultur. Mit dem „großen Ich" schaffen heißt in Wirklichkeit geben. Wir können nicht schaffen und für uns selbst beanspruchen, was wir schaffen, da alles von Gott erschaffen wurde. Das sollten wir nicht vergessen. Doch weil wir nun einmal vergessen, wer der Schöpfer ist und was der Grund der Schöpfung ist, haften wir an dem materiellen Wert oder Tauschwert. Dieser ist wertlos im Vergleich mit dem Wert von etwas als Schöpfung Gottes. Selbst wenn etwas keinen materiellen oder relativen Wert für ein „kleines Ich" besitzt, so hat es doch einen absoluten Wert in sich selbst. Nicht an etwas anhaften heißt um dessen absoluten Wert wissen. Alles, was ihr tut, sollte auf einem solchen Gewahrsein gegründet sein, nicht auf materiellen oder selbstbezogenen Wertvorstellungen. Dann ist, was immer ihr tut, echtes Geben, „dana prajna paramita".
(Shunryu Suzuki: Zen-Geist Anfänger Geist.)

Shikatanza





Wenn ein Bodhisattva Freigebigkeit praktiziert, ohne sich auf Zeichen zu stützen, so ist das Glück, das daraus entspringt, weder vorstellbar noch ermessbar.
(Das Diamantsutra)

 John Cage: Verschiedene Techniken können zusammen auftreten, alle zur gleichen Zeit.

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