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myArt150815



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Dichten ist Maß-Nahme



die erste Rakete
habe ich verschlafen
die zweite
hat mich geweckt
und die dritte
schlug neben uns ein

Stimme der Angst
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts
sagt
nichts


ich bin hier und
es gibt nichts zu sagen
aber der Klang
war anders
heller

wie ein wassergefüllter Ballon zerplatzt
im Extremfall Überreste
Organisches Knochen Skelette auf der Straße war Chaos

stummes Schweigen

einige Nachbarn halfen
andere rannten weg
andere starben
die Kinderaugen
fragten, starrten
und fragen und starren

ihr Atem
giftgestillt
Stimme der Liebe
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts sagt nichts

aber leider
alles tot
keine Antwort
schweigen
schweigen
schweigen

Organisches Knochen Skelette
das Rätsel beginnt
jenseits der Lösung
Können Sie mir sagen,
was ich tun soll?

© wRoo 2014


Joseph Beuys: Durch Menschen bewegen sich Ideen fort, während sie in Kunstwerken erstarren und schließlich zurückbleiben.

Thich Nhat Hanh: German Retreat 2014-08-15

Die Anarchie hat tatsächlich Zukunft.

Wir müssen unsere Intelligenz auf die Probleme anwenden, die vor uns liegen. Die Anarchie hat tatsächlich Zukunft. Es ist kreative Führung, es ist Individualisierung, das Handeln nach den eigenen Gesetzen. Es ist der eigene Handlungsentwurf und Verantwortung, sichtbar verantwortlich für sich und die Gesellschaft. Eine Möglichkeit zur Befreiung der Menscheit.
(John Cage: Out of the Cage.)

 

Eine Geschichte erzählen.

Mir hat immer Schwierigkeiten bereitet, was man beim Film und generell "eine Geschichte erzählen" nennt, das heisst, um Null Uhr abfahren, einen Anfang machen und am Ende ankommen. Sie sind gezwungen, erst einen Anfang, eine Einleitung zu machen, dann eine Mitte, dann einen Schluss. Mich hat das immer gestört, ich habe es nie geschafft.
Ich bin immer ausgegangen von einer Idee, die nicht von mir war, weil es anders nicht geht. Jedenfalls habe dann einen Plan. Heute versuche ich, von gemachten Bildern auszugehen, vor die und an die man andere dransetzen kann.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.64)

Heraklit: Das Höchste dessen, was der Mensch fähig ist, ist das Sich-besinnen (auf das Ganze), und die Weisheit (Besonnenheit) ist, das Unverborgene als Unvorborgens zu sagen und zu tun gemäß dem Walten der Dinge, auf sie hinhorschend.

Bild zum Warmwerden



Heraklit: Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu springen. Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser herbei.

Dichten ist Maß-Nahme



Gefahr des Glücklichsten.

Feine Sinne und einen feinen Geschmack haben; an das Ausgesuchte und Allerbeste des Geistes wie an die rechte und nächste Kost gewöhnt sein; einer starken, kühnen, verwegenen Seele genießen; mit ruhigem Auge und festem Schritte durch das Leben gehen, immer zum Äußersten bereit wie zu einem Feste, und voll des Verlangens nach unentdeckten Welten und Meeren, Menschen und Göttern; auf jede heitere Musik hinhorchen, als ob dort wohl tapfere Männer, Soldaten, Seefahrer sich eine kurze Rast und Lust machen, und im tiefsten Genusse des Augenblicks überwältig werden von Tränen und von der ganzen purpurnen Schwermut des Glücklichen: wer möchte nicht, daß das alles gerade sein Besitz, sein Zustand wäre! Es war das Glück Homers! Der Zustand dessen, der den Griechen ihre Götter – nein, sich selber seine Götter erfunden hat! Aber man verberge es sich nicht: mit diesem Glück Homers in der Seele ist man auch das leidensfähigste Geschöpf unter der Sonne! Und nur um diesen Preis kauft man die kostbarste Muschel, welche die Wellen des Daseins bisher ans Ufer gespült haben! Man wird als ihr Besitzer immer feiner im Schmerz, und zuletzt zu fein: ein kleiner Mißmut und Ekel genügte am Ende, um Homer das Leben zu verleiden. Er hatte ein törichtes Rätselchen, das ihm junge Fischer aufgaben, nicht zu raten vermocht! Ja, die kleinen Rätsel sind die Gefahr der Glücklichsten!
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

Martin Heidegger: Denn es bedarf der Besinnung, ob und wie im Zeitalter der technisierten gleichförmigen Weltzivilisation noch Heimat sein kann.

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