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myArt150815



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das Augenkind



die erste Rakete
habe ich verschlafen
die zweite
hat mich geweckt
und die dritte
schlug neben uns ein

Stimme der Angst
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts
sagt
nichts


ich bin hier und
es gibt nichts zu sagen
aber der Klang
war anders
heller

wie ein wassergefüllter Ballon zerplatzt
im Extremfall Überreste
Organisches Knochen Skelette auf der Straße war Chaos

stummes Schweigen

einige Nachbarn halfen
andere rannten weg
andere starben
die Kinderaugen
fragten, starrten
und fragen und starren

ihr Atem
giftgestillt
Stimme der Liebe
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts sagt nichts

aber leider
alles tot
keine Antwort
schweigen
schweigen
schweigen

Organisches Knochen Skelette
das Rätsel beginnt
jenseits der Lösung
Können Sie mir sagen,
was ich tun soll?

© wRoo 2014


Roland Barthes: Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.

Thich Nhat Hanh: German Retreat 2014-08-16

Vom guten Willen.

Die Welt schaffen. Freiheit ist ja was Positives, ein Produktionsbegriff, ist ja keine Willkür, ist ja keine, sagen wir mal Entlastung von Verantwortung. Im Gegenleil, der Begriff der Freiheit lastet ja dem Menschen die ganze Verantwortung auf, das heißt doch eigentlich: Mit dem Begriff der Freiheit ist ausgesprochen, daß jetzt nicht mehr andere für den Menschen alles mögliche machen, sondern daß es der Mensch jetzt selbst aus seiner Freiheit und Verantwortung machen muß. Nicht, das heißt es doch, jetzt radikal ausgesprochen? Und das lastet den Menschen doch vor allen Dingen die Verantwortung auf, in diesem Begriff die Notwendigkeitscharakter zu erkennen, und nicht, daß man sagt: So, aha, Freiheit, jetzt kann ich tun und lassen, was ich will, jetzt kann ich machen, was ich will. Das wäre dann richtig, wenn es Menschen gäbe, die guten Willens sind; das ist ja auch das schöne Wort. Das heißt, der gute Wille teilt nicht die Menschen ein in Menschen, die guten Willens sind und nicht guten Willens sind, sondern der gute Wille ist etwas, was in jedem Menschen möglich ist. Der gute Wille ist aber notwendig, damit die Freiheit gefüllt ist mit ihrer Möglichkeit, mit Eigenverantwortung am Mitgestalten der Welt oder einer zukünftigen Gestalt der Menschheit und der Welt zu arbeiten. Dazu ist der gute Wille nötig. Das wird ja leicht mißverstanden.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 84)

 

Versuch über das Leben der Künstler.

Indem die Anderszaubernden sich unaufhörlich wandeln, atmen sie den Raum aus, aus dem ihnen alles kommt. Seine Weite ist ihnen geläufiger als ihr manifestes Werk. Sie könnten alles, was sie erschaffen haben, vergessen, nur nicht die Sphäre, aus der das Schaffen kommt und weitergeht.
Peter Sloterdijk: Versuch über das Leben der Künstler.

Wayne Shorter: Begriffe wie Anfang und Ende existieren für mich nicht. Es gibt den Moment, und es gibt Potenzial.

Atemwege



 Paul Celan: Es schweigt der Stock, es schweigt der Stein, und das Schweigen ist kein Schweigen.

Read-write-Society



Sinn konstruieren.

Ein und dieselber Erfahrung kann für zwei verschiedene Menschen unterschiedlich Sinn haben, wenn die beiden über verschiedene Glaubensschablonen verfügen und auf verschiedene Weisen aus Erfahrungen Sinn konstruieren.
David Foster Wallace: Das hier ist Wasser.

William Shakespeare: Der Mond ist ein gefeimter Dieb, der sein fahles Feuer von der Sonne stiehlt.

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