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wozu Dichter



die erste Rakete
habe ich verschlafen
die zweite
hat mich geweckt
und die dritte
schlug neben uns ein

Stimme der Angst
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts
sagt
nichts


ich bin hier und
es gibt nichts zu sagen
aber der Klang
war anders
heller

wie ein wassergefüllter Ballon zerplatzt
im Extremfall Überreste
Organisches Knochen Skelette auf der Straße war Chaos

stummes Schweigen

einige Nachbarn halfen
andere rannten weg
andere starben
die Kinderaugen
fragten, starrten
und fragen und starren

ihr Atem
giftgestillt
Stimme der Liebe
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts sagt nichts

aber leider
alles tot
keine Antwort
schweigen
schweigen
schweigen

Organisches Knochen Skelette
das Rätsel beginnt
jenseits der Lösung
Können Sie mir sagen,
was ich tun soll?

© wRoo 2014


Friedrich Nietzsche: Ihr sollt Dichter eures Lebens sein.

Thich Nhat Hanh: German Retreat 2014-08-17

Schönheit in plötzlicher Glorie.

Jeder, der je schöpferische Arbeit irgendwelcher Art leistete, hat auch in mehr oder· minder starkem Maße den Geisteszustand erlebt, in dem sich ihm nach langer Arbeit die Wahrheit oder Schönheit in plötzlicher Glorie zeigt oder zu zeigen scheint - mag es sich dabei um eine Geringfügigkeit oder auch um das ganze Universum handeln. Im Augenblick selbst ist diese Erfahrung sehr überzeugend; Zweifel mögen sich später einstellen; im Moment jedoch ist man sich seiner Sache völlig sicher. Ich glaube, die Mehrzahl der besten schöpferischen Leistungen in der Kunst, Wissenschaft, Literatur und Philosophie sind Ergebnisse eines solchen Augenblicks.
(Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes. S 144)

 

Das theatralische Organon der Natur.

Im Spiel geht das Natürliche spontan über sich selbst hinaus - mit Richtung auf Geist, Darstellungstrieb und Selbstfeier. Das Spiel ist das theatralische Organon der Natur. Der Mensch zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass er der Intendant jener aus dem Biologischen heraufsteigenden Spielenergien ist.
Johan Huzinga in: Peter Sloterdijk: Für eine Philosophie des Spiels.

Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mt, 27, 46)

Atemwende



 Paul Celan: In meinem ersten Gedichtband habe ich manchmal noch verklärt - das tue ich nie wieder!

Kulturflatrate



Betrachtung der Formen.

Im menschlichen Bereich entsteht ästhetische Form wenn Traditionen existieren die stark und beständig wie Berge durch leuchtende Schönheit angenehm gemacht werden. Betrachten wir die Formen die es in den Himmeln gibt lernen wir, die Zeit und ihre sich ändernden Forderungen verstehen. Durch die Betrachtung der Formen, die in der menschlichen Gesellschaft bestehen, wird es möglich, die Welt zu gestalten.
(John Cage: Silence. S. 40f.)

 Paul Celan: Das Gedicht hat eine starke Neigung zum Verstummen.

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