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myArt150815



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dem Nichts stehts entgegen



die erste Rakete
habe ich verschlafen
die zweite
hat mich geweckt
und die dritte
schlug neben uns ein

Stimme der Angst
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts
sagt
nichts


ich bin hier und
es gibt nichts zu sagen
aber der Klang
war anders
heller

wie ein wassergefüllter Ballon zerplatzt
im Extremfall Überreste
Organisches Knochen Skelette auf der Straße war Chaos

stummes Schweigen

einige Nachbarn halfen
andere rannten weg
andere starben
die Kinderaugen
fragten, starrten
und fragen und starren

ihr Atem
giftgestillt
Stimme der Liebe
Stimme der Trauer
Stimme der Wut
sagt nichts sagt nichts

aber leider
alles tot
keine Antwort
schweigen
schweigen
schweigen

Organisches Knochen Skelette
das Rätsel beginnt
jenseits der Lösung
Können Sie mir sagen,
was ich tun soll?

© wRoo 2014


Bertolt Brecht: Damit auf spielerische Weise das Besondere  herauskommt und kritisiert werden kann, dichtet das Publikum im Geist hinzu. Somit verwandelt sich das Publikum in einen Erzähler. Godard

Thich Nhat Hanh: German Retreat 2014-08-15

Parteilicher Humanismus.

"Ich hoffe noch immer, daß ich leidenden, gedrückten Gestalten mehr mit leidige Blicke zugeworfen´, als kalten, vornehmen Herzen bittere Worte gesagt habe. [...] Man muß die Menschheit lieben, um in das eigentliche Wesen jedes einzudringen ,es darf einem keiner zu gering, keiner zu häßlich sein, erst dann kann man sie verstehen." (Georg Büchner: Brief an die Braut vom  10.3.1834.)

 

Die Kunst vs. der Zufall.

Das Kunstwerk steht vor dem Bewustsein neuzeitlicher Menschen als der endlich gerechtfertigte Zufall. In ihm ist das Nicht-Notwendige nicht nur wirklich, sondern auch in gewisser Weise auch notwendig geworden; das von Gott bei der ersten Schöpfung noch Weggelassene oder Vergessene wird nun kraft der menschlichen Werkmacht nachgeholt; durch kreative Akte wird der Bestand des Seienden selbst vermehrt. Als Urheber von Kunstwerken , Spielen der höchsten Art, ist der Mensch mit dem Nicht-Notwendigen exemplarisch versöhnt. In der Kunst ist das Zufällige quasi heilungsnotwendig geworden.
Peter Sloterdijk: Für eine Philosophie des Spiels.

Karlheinz Stockhausen: Grüß GOTT - mit jedem Atem.

Atemwende



Pina Bausch: Ich habe gewagt dahinzugehen, wo ich nicht wußte, was dabei rauskommt.

digitale gesell Schaft



Gefahr des Glücklichsten.

Feine Sinne und einen feinen Geschmack haben; an das Ausgesuchte und Allerbeste des Geistes wie an die rechte und nächste Kost gewöhnt sein; einer starken, kühnen, verwegenen Seele genießen; mit ruhigem Auge und festem Schritte durch das Leben gehen, immer zum Äußersten bereit wie zu einem Feste, und voll des Verlangens nach unentdeckten Welten und Meeren, Menschen und Göttern; auf jede heitere Musik hinhorchen, als ob dort wohl tapfere Männer, Soldaten, Seefahrer sich eine kurze Rast und Lust machen, und im tiefsten Genusse des Augenblicks überwältig werden von Tränen und von der ganzen purpurnen Schwermut des Glücklichen: wer möchte nicht, daß das alles gerade sein Besitz, sein Zustand wäre! Es war das Glück Homers! Der Zustand dessen, der den Griechen ihre Götter – nein, sich selber seine Götter erfunden hat! Aber man verberge es sich nicht: mit diesem Glück Homers in der Seele ist man auch das leidensfähigste Geschöpf unter der Sonne! Und nur um diesen Preis kauft man die kostbarste Muschel, welche die Wellen des Daseins bisher ans Ufer gespült haben! Man wird als ihr Besitzer immer feiner im Schmerz, und zuletzt zu fein: ein kleiner Mißmut und Ekel genügte am Ende, um Homer das Leben zu verleiden. Er hatte ein törichtes Rätselchen, das ihm junge Fischer aufgaben, nicht zu raten vermocht! Ja, die kleinen Rätsel sind die Gefahr der Glücklichsten!
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

 Alexander Sergejewitsch Puschkin: Nicht Schwäche, sondern Stärke beweist jener Dichter, der von einem anderen etwas übernimmt und daraus etwas Neues und Gescheites zu machen versteht.

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