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[heidegger] mashUp

Wozu Dichter?



Not im Ganzen.

Überall gibt es Erschütterungen, Krisen, Katastrophen, Nöte: das heutige soziale Elend, die politische Wirrnis, die Ohnmacht der Wissenschaft, die Aushöhlung der Kunst, die Bodenlosigkeit der Philosophie, die Unkraft; der Religion. Gewiß, Nöte gibt es überall. Aber, wird man sagen, das ist doch einseitig, sie allein zu sehen. Denn ebenso heftig und geräuschvoll und immer neu einsetzend und probierend sind die Versuche und Bemühungen, diesen Nöten zu steuern, sie abzustellen, sie alsbald überzuführen zu Ordnung und Befriedigung. Entsprechend dieser sind überall am Werke nicht nur einzelne, sondern Gruppen, Bünde, Kreise, Klassen, Parteien - alle und alles ist gegen die Nöte organisiert, und jede Organisation hat ihr Programm.
Doch gerade diese heutige Reaktion gegen die Nöte des Daseins bestätigt diese, bestätigt aber zugleich und zuvor noch ein anderes. Diese zappelnde Notwehr gegen die Nöte läßt gerade eine Not im Ganzen nicht aufkommen. Diese Nöte sind also kein Beweis für die Leere im Ganzen, nach der wir fragen. Sie können keine Leergelassenheit im Ganzen bekunden, wenn anders dieses im Ganzen keine bloße Zusammenrechnung einzelner Nöte und Elendigkeiten bedeutet. Wir suchen vergeblich nach einer solchen Not im Ganzen. So bleibt unser Fragen nach einer tiefen Langeweile in unserem Dasein, nach einer entsprechenden Leergelassenheit trotz all der einzelnen Not ohne Anhalt, ohne einen auch nur hinreichenden Beleg für eine Antwort. Die Frage ist haltlos und willkürlich, hält sich nicht an das, was da vorliegt, ja, will sich damit nicht begnügen.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.223f.)



Heidegger: Das Höchste, dessen der Mensch mächtig ist, ist das Sagen des Unverborgenen und in eins damit das Handeln, d.h. das Sicheinfügen und Sicheinstellen in das ganze Walten und Schicksal der Welt überhaupt.

Welt-Gegenden



Das Unausgesprochene ist Geheimnis

Das Ungesprochene ist nicht nur das, was einer Verlautbarung entbehrt, sondern es ist das Ungesagte, noch nicht Gezeigte, noch nicht ins Erscheinen Gelangte. Was gar ungesprochen bleiben muß, wird im Ungesagten zurückgehalten, verweilt als Unzeigbares im Verborgen, ist Geheimnis.
(Martin Heidegger)

Friedrich Nietzsche: Noch lebe ich, noch denke ich: ich muß noch leben, denn ich muß noch denken. Sum, ergo cogito: cogito, ergo sum.

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