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[heidegger] mashUp

Lauter Wörter und kein einziges Wort



Dasein des heutigen Menschen.

Wir können nur fragen, ob der heutige Mensch jene Spitze des schärfsten Augenblicks immer schon abgebrochen und umgebogen hat und stumpf macht und stumpf erhält durch die Eiligkeit seines Reagierens, durch die Plötzlichkeit seiner Programme, welche Eiligkeit und Plötzlichkeit er mit oder Entschlossenheit des Augenblicks zusammenwirft. Wir können jene tiefe Langeweile im Dasein des heutigen Menschen nicht feststellen, wir können nur fragen, ob der heutige Mensch nicht gerade in und durch alle seine heutigen Menschlichkeiten jene tiefe Langeweile niederhält, und das heißt, ob er nicht sein Dasein als solches sich verbirgt.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.248.)



Heidegger: Im Gedicht wird ganz Anderes auf andere Weise gesagt -

Das Ding ist.



Wort und Ding

Kein Ding ist, wo das Wort fehlt. Ein Ding ist erst und nur, wo das Wort nicht fehlt, mithin da ist. Wenn jedoch das Wort ist, dann muß es selber auch ein Ding sein; denn »Ding« meint hier jegliches, was irgendwie ist: »Wunder von ferne oder traum«. Oder ist das Wort, wenn es spricht, als Wort kein Ding, nichts dergleichen, was ist? Ist das Wort ein Nichts? Wie soll es aber dann dem Ding dahin verhelfen, zu sein? Muß nicht, was das Sein verleiht, erst recht und allem zuvor selber»sein«, somit das Seiendste, seiender als die Dinge, die sind? In dieser Sicht muß der Sachverhalt sich uns darstellen, solange wir rechnen, d. h. ' für etwas, das ist, den genügenden Grund ausrechnen, der das Seiende als die Folge des Grundes, als seine Wirkung begründet und dadurch unser Vorstellen befriedigt. Demgemäß muß auch das Wort, wenn es dem Ding das »ist« verleihen soll, vor jedem Ding sein -also unweigerlich seIber ein Ding. Wir hätten dann den Sachverhalt vor uns, daß ein Ding, das Wort, einem anderen Ding das Sein verschafft. Aber der Dichter sagt: »Kein ding sei wo das Wort gebricht.« Wort und Ding sind verschieden, wenn nicht geschieden. Wir meinen, beim ersten Hinhören den Dichter zu verstehen; aber kaum haben wir den Vers nachdenkend gleichsam angerührt, sinkt, was er sagt, ins Dunkel. Das Wort, das seIber kein Ding sein soll, kein Etwas, das »ist«, entrinnt uns.
(Martin Heidegger: Unterwegs zur Sprache. S. 180 f.)

 John Cage: Jeden Augenblich kann eine Idee daherkommen. Dann können wir uns freuen.

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