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[heidegger] mashUp

Dichten ist Maß-Nahme



Dichten und Denken

Nach der gewöhnlichen Vorstellung brauchen beide [Dichten und Denken] die Sprache nur zu ihrem Medium und als Ausdrucksmittel, so wie Bildhauerei, Malerei, Musik sich im Medium von Stein und Holz und Farbe und Ton bewegen und ausdrücken. Vermutlich zeigen aber auch Stein und Holz und Farbe und Ton ein anderes Wesen innerhalb der Kunst, sobald wir davon freikommen, die Kunst ästhetisch, d.h. vom Ausdruck und Eindruck her zu sehen, das Werk als Expression und die Impression als Erlebnis.
Die Sprache ist weder nur das Ausdrucksfeld, noch nur das Ausdrucksmittel, noch nur beides zusammen. Dichten und Denken benutzen nie erst die Sprache, um sich mit ihrer Hilfe auszusprechen, sondern Denken und Dichten sind in sich das anfängliche, wesenhafte und darum zugleich letzte Sprechen, das die Sprache durch den Menschen spricht.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.224.)



Heidegger: Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden: aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden.

Wohnen und Wandern



Das Wesen der Sprache : Die Sprache des Wesens.

Dichten und Denken sind Weisen des Sagens. Die Nähe aber, die Dichten und Denken in die Nachbarschaft zueinander bringt, nennen wir die Sage. In dieser vermuten wir das Wesen der Sprache. Sagen, sagan heißt zeigen: erscheinen lassen, lichtend-verbergend frei-geben als dar-reichen dessen, was wir Welt nennen. Das lichtend-verhüllende, schleiemde Reichen von Welt ist das Wesende im Sagen. Das Leitwort fur den Weg innerhalb der Nachbarschaft von Dichten und Denken enthält eine Weisung, der folgend wir in die Nähe, aus der sich diese Nachbarschaft bestimmt, gelangen mochten.
Das Leitwort lautet:
Das Wesen der Sprache:
Die Sprache des Wesens.
Das Leitwort gibt die Ur-Kunde yom Sprachwesen. Wir versuchen jetzt, sie deutlicher zu hören, damit sie uns winkender werde für den Weg, der uns dorthin gelangen läßt, von woher wir schon be-lngt sind.
Das Wesen der Sprache : Die Sprache des Wesens.
Zwei Wendungen, durch einen Doppelpunkt auseinander gehalten, die eine die Umkehrung der anderen. Soll das Ganze ein Leitwort sein, dann muß das Zeichen des Doppelpunktes andeuten, da, was vor ihm steht, sich öffnet ·in das, was auf ihn folgt. Im Ganzen des Leitwortes spielt ein Eröffnen und Winken, das auf solches weist, was wir, von der ersten Wendung herkommend, in der zweiten nicht vermuten; denn diese erschöpft sich keineswegs in einer bloßen Umstellung des Wörterbestandes der ersten Wendung. Steht es so, dann sagen die Worter »Wesen« und »Sprache« zu beiden Seiten des Doppelpunktes nicht nur nicht das Gleiche, sondern auch die Form der Wendung ist von Mal zu Mal verschieden.
(Martin Heidegger: Unterwegs zur Sprache. S. 188f.)

Martin Heidegger: Das Stehen in der Lichtung des Seins nenne ich die Ek-stitenz des Menschen. Nur dem Menschen eignet diese Art zu.

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