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[heidegger] mashUp

Wozu Dichter?



Heimweh - die Grundstimmung des Philosophierens.

Es ergab sich dabei, daß dieses Verlangen, überall zu Hause zu sein,das heißt im Ganzen des Seienden zu existieren, nichts anderes als ein eigentümliches Fragen nach dem ist, was dieses "im Ganzen", das wir Welt nennen, besagt. Was da in diesem Fragen und Suchen, in diesem Hin-und-her geschieht, ist die Endlichkeit des Menschen. Was sich in dieser Verendlichung vollzieht, ist eine letze Vereinsamung des Menschen, in der jeder für sich wie ein Einziger vor dem Ganzen steht. So ergab sich, daß dieses begreifende Fragen am Ende in einer Ergriffenheit gegründet ist, die uns bestimmen muß und aufgrund deren wir erst begreifen können und das zu greifen vermögen, wonach wir fragen. Alle Ergriffenheit wurzelt in einer Stimmung. Am Ende ist das, was Novalis das Heimweh nennt, die Grundstimmung des Philosophierens.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.11f.)



Heidegger: Die Stimmung gehört zum Sein des Menschen.

Geviert



Lauter Wörter und kein einziges Wort

Das Wort für das Wort läßt sich dart nirgends finden, wo das Geschick die nennend-stiftende Sprache schenkt für das Seiende, daß es sei und als Seiendes glänze und blühe. Das Wort für das Wort, ein Schatz zwar, doch nie zu gewinnen für das Land des Dichters; aber für das Denken? Wenn das Denken versucht, dem dichterischen Wort nachzusinnen, zeigt sich: das Wort, das Sagen, hat kein Sein. Doch unser geläufiges Vorstellen wehrt sich gegen dieses Ansinnen. Jedermann sieht und hört in Schrift und Laut doch Worte. Sie sind; sie können sein wie Dinge, greifbar durch unsere Sinne. Wir brauchen, urn das grobste Beispiel anzuführen, nur ein Wörterbuch aufzuschlagen. Es ist voll von gedruckten Dingen. Allerdings. Lauter Wörter und kein einziges Wort. Denn das Wort, wodurch die Wörter zum Wort kommen, vermag ein Wörterbuch weder zu fassen noch zu bergen. Wohin gehört das Wort, wohin das Sagen?
So gibt uns denn die dichterische Erfahrung mit dem Wort einen bedeutenden Wink. Das Wort -kein Ding, nichts Seiendes; dagegen sind wir über die Dinge verständigt, wenn für sie das Wort zur Verfügung steht. Dann »ist« das Ding. Doch wie verhält es sich mit dem »ist«? Das Ding ist. Ist das »ist« seIber auch noch ein Ding, aufgestuft auf ein anderes, ihm aufgesetzt wie eine Kappe? Wir finden das »ist« nirgends als ein Ding an einem Ding. Dem »ist« geht es wie dem Wort. So wenig wie das Wort·gehört das »ist« unter die seienden Dinge.
Plötzlich erwachen wir aus der Verschlafenheit des eiligen Meinens und erblicken Anderes.
In dem, was die dichterische Erfahrung mit der Sprache vom Wort sagt, spielt das Verhältnis zwischen dem »ist«, das selber nicht ist, und dem Wort, das im selben Fall sich findet, d. h. nichts Seiendes ist.
(Martin Heidegger: Unterwegs zur Sprache. S. 181 f.)

Jean-Luc Godard: Ich versuche, in der ganzen Konfusion etwas klarer zu sein, indem ich Momente der Vermischung zeige.

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