www.zuschauKunst.de

[heidegger] mashUp

gegen-einander-über



Gelassenheit zu den Dingen.

Wir lassen die technischen Gegenstände in unsere tägliche Welt herein und lassen sie zugleich draußen, d.h. auf sich beruhen als Dinge, die nichts Absolues sind, sondern selbst auf Höheres angewiesen bleiben. Ich möchte diese Haltung des gleichzeitigen Ja und Nein zur technischen Welt mit einem alten Wort nennen: die Gelassenheit zu den Dingen.


(Martin Heidegger: Holzwege. S.109.)



Heidegger: In welchem Verhältnis steht ein Werk der Kunst zu den Produkten der Produzenten- und Konsumgesellschaft? Sind in ihr noch Werke im Sinne eines gestiftet Bleibenden möglich?

Stimmung



Das Geläut der Stille

Sagen heißt: Zeigen, Erscheinen lassen, lichtend-verbergend-freigebend Darreichen von Welt. Jetzt bekundet sich die Nähe als die Be-wegung des Gegen-einander-über der Weltgegenden.
Die Möglichkeit ergibt sich, zu erblicken, daß und wie die Sage als Wesen der Sprache zurückschwingt in das Wesen der Nähe. Bei ruhiger Umsicht ist der Einblick möglich, inwiefern die Nähe und die Sage als das Wesende der Sprache das Selbe Ereignis sind. So ist denn die Sprache keine bloße Fähigkeit des Menschen. Ihr Wesen gehört in das Eigenste der Be-wegung des Gegen-einander-über der vier Weltgegenden.
Die Möglichkeit ergibt sich, daB wir mit der Sprache eine Erfahrung machen, in solches gelangen, was uns umwirft, d. h. unser Verhältnis zur Sprache verwandelt. Inwiefern?
Die Sprache ist als die Sage des Weltgeviertes nicht mehr nur Solches, wozu wir, die sprechenden Menschen, ein Verhältnis haben im Sinne einer Beziehung, die zwischen Mensch und Sprache besteht. Die Sprache ist als die Welt-bewegende Sage das Verhältnis aller Verhältnisse. Sie verhält, unterhält, reicht und bereichert das Gegen-einander-über der Weltgegenden, hält und hütet sie, indem sie selber - die Sage -an sich hält.
Also an sich haltend, be-langt uns die Sprache als die Sage des Weltgeviertes, uns, die wir als die Sterblichen in das Geviert gehoren, uns, die wir nur insofern sprechen können, als wir der Sprache entsprechen.
nachsagen. Die Sage gibt das »ist« in das gelichtete Freie und zugleich Geborgene seiner Denkbarkeit.
Die Sage versammelt als das Be-wegende des Weltgeviertes alles in die Nähe des Gegen-einander-über und zwar lautlos, so still wie die Zeit zeitigt, der Raum räumt, so still, wie der ZeitSpiel-Raum spielt.
Ein »ist« ergibt sich, wo das Wort zerbricht.
Zerbrechen heißt hier: Das verlautende Wort kehrt ins Lautlose zurück, dorthin, von woher es gewährt wird: In das Geläut der Stille, das als die Sage die Gegenden des Weltgeviertes in ihre Nähe be-wegt.
Dieses Zerbrechen des Wortes ist der eigentliche Schritt zurück auf dem Weg des Denkens.
(Martin Heidegger: Unterwegs zur Sprache. S. 202 ff.)

 Paul Celan: Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs.

home wRoo Kontakt & Impressum