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Bienengleichnis



sternenKlang

ein stein der
den andern
zum ziel nahm
stein im geröll

vor dem sternenKlang:
augenHören, ohrenSchauen -
steinAnstein; wie wir
unsere Worte
bilden - kaum hörbar -
der du in Wünschen lebst,

droben im Weltgestänge
fragt ein Mund,
was Plastik sein kann -
sternAnstern; wie wir
unsere Worte
umgestalten - allein verloren -
zum Aufschwung bereit,

vom Stein zum Stern.
Sprachlos
sprechen meine Hände.
schlagAufschlag - wie wir
unsere Worte
formen - trunken -

freudig nahm
der eine
den anderen

sternenKlang

© wRoo 2014

Jean-Luc Godard: Velazquez hätte am Ende seiner Karriere die Dinge zwischen den Dingen gemalt.

Sprach-Mutter



Vom guten Willen.

Die Welt schaffen. Freiheit ist ja was Positives, ein Produktionsbegriff, ist ja keine Willkür, ist ja keine, sagen wir mal Entlastung von Verantwortung. Im Gegenleil, der Begriff der Freiheit lastet ja dem Menschen die ganze Verantwortung auf, das heißt doch eigentlich: Mit dem Begriff der Freiheit ist ausgesprochen, daß jetzt nicht mehr andere für den Menschen alles mögliche machen, sondern daß es der Mensch jetzt selbst aus seiner Freiheit und Verantwortung machen muß. Nicht, das heißt es doch, jetzt radikal ausgesprochen? Und das lastet den Menschen doch vor allen Dingen die Verantwortung auf, in diesem Begriff die Notwendigkeitscharakter zu erkennen, und nicht, daß man sagt: So, aha, Freiheit, jetzt kann ich tun und lassen, was ich will, jetzt kann ich machen, was ich will. Das wäre dann richtig, wenn es Menschen gäbe, die guten Willens sind; das ist ja auch das schöne Wort. Das heißt, der gute Wille teilt nicht die Menschen ein in Menschen, die guten Willens sind und nicht guten Willens sind, sondern der gute Wille ist etwas, was in jedem Menschen möglich ist. Der gute Wille ist aber notwendig, damit die Freiheit gefüllt ist mit ihrer Möglichkeit, mit Eigenverantwortung am Mitgestalten der Welt oder einer zukünftigen Gestalt der Menschheit und der Welt zu arbeiten. Dazu ist der gute Wille nötig. Das wird ja leicht mißverstanden.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 84)

Göttliche Würfel und Würfelspieler.

Ein wenig Weisheit ist schon möglich; aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen: daß sie lieber noch auf den Füßen des Zufalls – tanzen.
O Himmel über mir, du Reiner! Hoher! Das ist mir nun deine Reinheit, daß es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze gibt –
– daß du mir ein Tanzboden bist für göttliche Zufälle, daß du mir ein Göttertisch bist für göttliche Würfel und Würfelspieler! –
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 166f.)


Fernando Pessoa: Es befremdet mich, was alles ich war und wovon ich einsehen muß, daß ich es letztlich nicht bin.

Eine fremde Verlorenheit



Martin Heidegger: Fragen ist das Philosophieren in erster Linie, das eigentliche Philosophieren.

Schöpfungshöhe



Euer Werk. Euer Wille.

Ihr Schaffenden, ihr höheren Menschen! Man ist nur für das eigne Kind schwanger.
Laßt euch nichts vorreden, einreden! Wer ist denn euer Nächster? Und handelt ihr auch »für den Nächsten« – ihr schafft doch nicht für ihn![527]
Verlernt mir doch dies »Für«, ihr Schaffenden: eure Tugend gerade will es, daß ihr kein Ding mit »für« und »um« und »weil« tut. Gegen diese falschen kleinen Worte sollt ihr euer Ohr zukleben.
In eurem Eigennutz, ihr Schaffenden, ist der Schwangeren Vorsicht und Vorsehung! Was niemand noch mit Augen sah, die Frucht: die schirmt und schont und nährt eure ganze Liebe.
Wo eure ganze Liebe ist, bei eurem Kinde, da ist auch eure ganze Tugend! Euer Werk, euer Wille ist euer »Nächster«: laßt euch keine falschen Werte einreden!
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 293)


Thomas Bernhard: Immer an der Grenze der Verrücktheit, niemals diese Grenze überschreiten, aber immer an der Grenze der Verrücktheit, verlassen wir diesen Grenzbereich, sind wir tot.

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