www.zuschauKunst.de

myArt150130



160618,...160515,...160507,...160422,...160227,...151220,...150926,...1500815,...150623,...150515,...150406,...150103,...141212,...141028

dem Nichts stehts entgegen



sternenKlang

ein stein der
den andern
zum ziel nahm
stein im geröll

vor dem sternenKlang:
augenHören, ohrenSchauen -
steinAnstein; wie wir
unsere Worte
bilden - kaum hörbar -
der du in Wünschen lebst,

droben im Weltgestänge
fragt ein Mund,
was Plastik sein kann -
sternAnstern; wie wir
unsere Worte
umgestalten - allein verloren -
zum Aufschwung bereit,

vom Stein zum Stern.
Sprachlos
sprechen meine Hände.
schlagAufschlag - wie wir
unsere Worte
formen - trunken -

freudig nahm
der eine
den anderen

sternenKlang

© wRoo 2014

Jean-Luc Godard: Velazquez hätte am Ende seiner Karriere die Dinge zwischen den Dingen gemalt.

Geviert



Das Geheimnis fehlt in unserem Dasein.

Das Ausbleiben der wesenhaften Bedrängnis des Daseins ist die Leere im Ganzen, so daß keiner mit dem anderen und keine Gemeinschaft mit der anderen in der wurzelhaften Einheit eines wesentlichen Handelns steht. Alle und jeder sind wir die Angestellten eines Schlagwortes, Anhänger eines Programms, aber keiner ist der Verwalter der inneren Größe des Daseins und seiner Notwendigkeiten. Diese Leergelassenheit schwingt am Ende in unserem Dasein, deren Leere ist das Ausbleiben einer wesenhaften Bedrängnis. Das Geheimnis fehlt in unserem Dasein, und damit bleibt der innere Schrecken aus, den jedes Geheimnis bei sich trägt und der dem Dasein seine Größe gibt. Das Ausbleiben der Bedrängnis ist das im Grunde Bedrängende und zutiefst Leerlassende, d. h. die im Grunde langweilende Leere. Dieses Ausbleiben der Bedrängnis wird nur scheinbar verdeckt, vielmehr gerade bezeugt durch die Umtriebe des heutigen Dahintreibens. Denn letztlich ist in all dem Organisieren und Programmbilden und Probieren ein allgemeines sattes Behagen in einer Gefahrlosigkeit. Dieses Behagen im Grunde unseres Daseins, trotz all der vielen Nöte, macht es, daß wir glauben, es nicht mehr nötig zu haben, im Grunde unseres Wesens stark zu sein.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.224.)

Der Leser ist der Raum.

Ein Text ist aus vielfältigen Schriften zusammengesetzt, die verschiedenen Kulturen entstammen und miteinander in Dialog treten, sich parodieren, einander in Frage stellen. Es gibt aber einen Ort, an dem diese Vielfalt zusammentrifft, und dieser Ort ist nicht der Autor (wie man bislang gesagt hat), sondern der Leser. Der Leser ist der Raum, in dem sich alle Zitate, aus denen sich Schrift zusammensetzt, einschreiben, ohne dass ein einziges verloren ginge. Die Einheit eines Textes liegt nicht in seinem Ursprung, sondern in seinem Zielpunkt – wobei dieser Zielpunkt nicht mehr länger als eine Person verstanden werden kann. Der Leser ist ein Mensch ohne Geschichte, ohne Biographie, ohne Psychologie. Er ist nur der Jemand, der in einem einzigen Feld alle Spuren vereinigt, aus denen sich das Geschriebene zusammensetzt.
(Roland Barthes: Der Tod des Autors.)

Martin Heidegger: Der Zeitvertreib ist ein Angehen gegen das Zögern der Zeit, das uns bedrängt.

Träne



Thomas Bernhard: Der Stoff ist nicht der Zweck der Kunst, aber die Ausführung ist es.

gegen-einander-über



Überm Gebirg

Auf dem Stein bin ich gelegen, damals, du weißt, und mein Stock, der hat gesprochen, hat gesprochen zum Stein, und mein Stock, der schweigt jetzt still, und der Stein, sagst du, der kann sprechen, und in meinem Aug, da hängt der Schleier, der bewegliche, da hängen die Schleier, die beweglichen, da hast du den einen gelüpft, und da hängt schon der zweite, und der Stern - denn ja, der steht jetzt überm Gebirg -
(Paul Celan: Gespräch im Gebirg)

Joseph Beuys: Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.

home wRoo Kontakt & Impressum