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Es waren Augenblicke



sternenKlang

ein stein der
den andern
zum ziel nahm
stein im geröll

vor dem sternenKlang:
augenHören, ohrenSchauen -
steinAnstein; wie wir
unsere Worte
bilden - kaum hörbar -
der du in Wünschen lebst,

droben im Weltgestänge
fragt ein Mund,
was Plastik sein kann -
sternAnstern; wie wir
unsere Worte
umgestalten - allein verloren -
zum Aufschwung bereit,

vom Stein zum Stern.
Sprachlos
sprechen meine Hände.
schlagAufschlag - wie wir
unsere Worte
formen - trunken -

freudig nahm
der eine
den anderen

sternenKlang

© wRoo 2014

John Cage: Verschiedene Techniken können zusammen auftreten, alle zur gleichen Zeit.

Atemwende



Die Freiheit des Daseins.

Das Sichbefreien des Daseins geschieht aber je nur, wenn es sich zu sich selbst entschließt, d. h. für sich als das Da-sein sich erschließt. Sofern jedoch das Dasein inmitten des Seienden sich befindet, als je dieses Dasein mit dieser seiner Zeit in der Einheit ihrer dreifachen Sicht, kann das Dasein sich nur entschließen, wenn es dieses in eine Spitze zusammennimmt, wenn es sich zum Handeln hier und jetzt in dieser wesentlichen Hinsicht und gewählten wesentlichen Möglichkeit seiner selbst entschließt. Dieses Sichentschließen des Daseins aber zu sich selbst, d. h. dazu, inmitten des Seienden je das Bestimmte zu sein, was zu sein ihm aufgegeben ist, dieses Sichentschließen ist der Augenblick.
Nur im sich Entschließen des Daseins zu sich selbst, im Augenblick, macht es von dem Gebrauch, was es eigentlich ermöglicht, nämlich der Zeit als dem Augenblick selbst. Der Augenblick ist nichts anderes als der Blick der Entschlossenheit, in der sich die volle Situation eines Handelns öffnet und offenhält.
Die Hingezwungenheit des Daseins in die Spitze des eigentlich Ermöglichenden ist das Hingezwungensein durch die bannende Zeit in sie selbst, in ihr eigentliches Wesen, d. h. an den Augenblick als die Grundmöglichkeit der eigentlichen Existenz des Daseins.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.223f.)

Montage.

Diesen Aspekt der Montage muss man nämlich verstecken, er ist zu gefährlich. Es heisst, die Dinge zueinander in Beziehung setzen, damit man sie sieht, eine eindeutige Situation. Man muß immer zweimal sehen. Das ist es, was ich mit Montage meine, einfach etwas in Verbindung setzen.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.16)

Fernando Pessoa: Ich bin geschauspielert worden.

Niemandsrose



Paul Celan: Lesen Sie! Immerzu lesen, das Verständnis kommt von selbst.

Massive Volume Reduction



Gefahr des Glücklichsten.

Feine Sinne und einen feinen Geschmack haben; an das Ausgesuchte und Allerbeste des Geistes wie an die rechte und nächste Kost gewöhnt sein; einer starken, kühnen, verwegenen Seele genießen; mit ruhigem Auge und festem Schritte durch das Leben gehen, immer zum Äußersten bereit wie zu einem Feste, und voll des Verlangens nach unentdeckten Welten und Meeren, Menschen und Göttern; auf jede heitere Musik hinhorchen, als ob dort wohl tapfere Männer, Soldaten, Seefahrer sich eine kurze Rast und Lust machen, und im tiefsten Genusse des Augenblicks überwältig werden von Tränen und von der ganzen purpurnen Schwermut des Glücklichen: wer möchte nicht, daß das alles gerade sein Besitz, sein Zustand wäre! Es war das Glück Homers! Der Zustand dessen, der den Griechen ihre Götter – nein, sich selber seine Götter erfunden hat! Aber man verberge es sich nicht: mit diesem Glück Homers in der Seele ist man auch das leidensfähigste Geschöpf unter der Sonne! Und nur um diesen Preis kauft man die kostbarste Muschel, welche die Wellen des Daseins bisher ans Ufer gespült haben! Man wird als ihr Besitzer immer feiner im Schmerz, und zuletzt zu fein: ein kleiner Mißmut und Ekel genügte am Ende, um Homer das Leben zu verleiden. Er hatte ein törichtes Rätselchen, das ihm junge Fischer aufgaben, nicht zu raten vermocht! Ja, die kleinen Rätsel sind die Gefahr der Glücklichsten!
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

Fernando Pessoa: Wir lieben niemals iregndjemanden. Wir lieben allein die Vorstellung, die wir uns von jemandem machen.

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