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sternenKlang

ein stein der
den andern
zum ziel nahm
stein im geröll

vor dem sternenKlang:
augenHören, ohrenSchauen -
steinAnstein; wie wir
unsere Worte
bilden - kaum hörbar -
der du in Wünschen lebst,

droben im Weltgestänge
fragt ein Mund,
was Plastik sein kann -
sternAnstern; wie wir
unsere Worte
umgestalten - allein verloren -
zum Aufschwung bereit,

vom Stein zum Stern.
Sprachlos
sprechen meine Hände.
schlagAufschlag - wie wir
unsere Worte
formen - trunken -

freudig nahm
der eine
den anderen

sternenKlang

© wRoo 2014

Joseph Beuys: Die Kunst ist etwas Lebendiges unter Umständen auch nur ein fragmentarischer Impuls.

eigenPlagiat



Zum Charakter der Menscheit.

Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken.(Friedrich Nietzsche.)

Dichten und Zusammentragen.

Ich lehrte sie all mein Dichten und Trachten: in eins zu dichten und zusammenzutragen, was Bruchstück ist am Menschen und Rätsel und grauser Zufall, – – als Dichter, Rätselrater und Erlöser des Zufalls lehrte ich sie an der Zukunft schaffen, und alles, das war –, schaffend zu erlösen.
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 198)

Marcel Proust: Das Individuum webt in etwas, das allgemeiner ist als es selbst.

Gegen-Worte



Jean-Luc Godard: Wenn man ganz allein ist, muss man sich verdoppeln können.

Tausendkristall



Leser ihrer selbst.

Wieviel mehr erschien es mir jetzt so, da ich memte, daß dieses Leben, das man im Dunkel lebt, aufgehellt und Zur Wahrheit dessen, was es war, zurückgeführt, daß dIeses Leben, das man unaufhörlich fälscht, in einem Buch verwirklicht werden könnte! Wie glücklich würde der sein, dachte ich, der ein solches Buch zu schreiben vermöchte, doch welche Arbeit liegt auch vor ihm. Um davon eine Vorstellung Zu geben, müßte man Vergleiche aus den höchsten und verschiedenartigsten Künsten entnehmen; denn dieser Schriftsteller, der im übrigen bei der Gestaltung jedes Charakters , um ihn plastisch darzustellen, die entgegengesetzten Seiten aufzuzeigen hätte, müßte sein Buch sorgfältig unter unaufhörlicher Umgruppierung der Kräfte wie eine Offensive vorbereiten, es ertragen wie die Qual der Ermüdung, wie eine Ordensregel auf sich nehmen und wie eine Kirche erbauen, ihm folgen wie einer ärztlichen Weisung, es überwinden wie ein Hindernis, erobern wie eine Freundschaft, hegen und pflegen wie ein Kind, es schaffen wie eine Welt, ohne jene Geheimnisse außer acht zu lassen, die ihre Erklärung wahrscheinlich nur in anderen Welten finden, deren erahntes Sein jedoch das ist, was uns im Leben und in der Kunst am tiefsten zu bewegen vermag. In solchen großen Büchern aber gibt es ganze Partien, die aus Mangel an Zeit im Zustand der Skizze geblieben sind und die zweifellos auch nie fertiggestellt werden können, weil der Plan des Baumeisters zu großartig war. Wie viele gewaltige Kathedralen bleiben unvollendet! Man nährt ein solches Werk, man verstärkt seine schwachen Teile, man sucht es zu erhalten, dann aber ist es dieses Werk, das wächst, unser Grab bezeichnet, es vor Gerüchten und eine Zeitlang sogar vor dem Vergessen bewahrt. Um aber auf mich selbst zurückzukommen, so dachte ich bescheidener an mein Buch, und es wäre sogar ungenau zu sagen, daß ich dabei an die, die es lesen würden, an meine Leser dachte. Denn sie würden meiner Meinung nach nicht meine Leser sein, sondern die Leser ihrer selbst, da mein Buch nur etwas wie ein Vergrößerungsglas sein würde, ähnlich jenen, die der Optiker in Comray einem Käufer über den Ladentisch reichte - mein Buch, das ich ihnen ermöglichen würde, in sich selbst zu lesen.
(Marcel Proust.)

Thomas Bernhard: Der eigentliche Spass am Schreiben, ist doch die Lust an der Katastrophe.

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