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Die Werke der Alten



tote subsTanzen
einer steht
einer liegt
knochen schädel
schädel zähne
tote subsTanzen

tausEnde verletzt
tausEnde tod
hunderte frauen kinder
männer tod alle tod
EineR steht EineR liegt
alle tod

und sie
gruben und gruben
wenn brüder
einAnder töten
sie
graben und graben

er schießt und trifft
und schießt und trifft
knochen schädel zähne
er schneidet und schneidet
aus dem toten leib
organIsches

weiter
und
weiter

herz und leber
leber und herz
und beißt und beißt
und kaut und kaut
und schluckt und ruft
allAH ist groß

und schießt und
schießt und schießt
feind ist feind
tödlicher hass
die spirale dreht
weiter und weiter

der eigentlIche spass
ist doch die lust
anDer kataStrophe
gut schlimm böse
wir sind doch
alle =

unsagbar das sein
un sag bar
ein bild
das uns = sei
wenn brüder
einAnder töten

© wRoo 2014

Joseph Beuys: Durch Menschen bewegen sich Ideen fort, während sie in Kunstwerken erstarren und schließlich zurückbleiben.

Sperrtonnensprache

Der Dummheit Schaden tun.

Gewiß hat der so hartnäckig und überzeugt gepredigte Glaube von der Verwerflichkeit des Egoismus im ganzen dem Egoismus Schaden getan (zugunsten, wie ich hundertmal wiederholen werde, der Herden-lnstinkte!) namentlich dadurch, daß er ihm das gute Gewissen nahm und in ihm die eigentliche Quelle alles Unglücks suchen hieß. »Deine Selbstsucht ist das Unheil deines Lebens« – so klang die Predigt jahrtausendelang: es tat, wie gesagt, der Selbstsucht Schaden und nahm ihr viel Geist, viel Heiterkeit, viel Erfindsamkeit, viel Schönheit; es verdummte und verhäßlichte und vergiftete die Selbstsucht! – Das philosophische Altertum lehrte dagegen eine andere Hauptquelle des Unheils: von Sokrates an wurden die Denker nicht müde zu predigen: »eure Gedankenlosigkeit und Dummheit, euer Dahinleben nach der Regel, eure Unterordnung unter die Meinung des Nachbars ist der Grund, weshalb ihr es so selten zum Glücke bringt – wir Denker sind als Denker die Glücklichsten.«
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

Das Buch der Wandlungen.

Die Wandlungen sind ein Buch,
Dem man nicht ferne bleiben darf.
Sein SINN ist stets wechselnd,
Veränderung, Bewegung ohne Rast,
Durchfließend die sechs leeren Plätze;
Sie steigen auf und fallen ohn’ Verharren,
Die Festen und die Weichen wandeln sich.
Man kann sie nicht in eine Regel schließen;
Nur Anderung ist es, was hier wirkt.
(I Ging.)

Joseph Beuys: Wenn der Geist eine Funktion in der Welt hat, dann gibt es ein Vor- und Nachher.

urHeberrecht



Heraklit: Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu springen. Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser herbei.

ein aufrechtes Schweigen



Parallelformen - nicht vom Menschen gemacht.

Wenn man zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die Verständigung zwischen Menschen ganz allgemein nur durch das Kunstwerk des Denkens und der Sprache vollziehbar ist - vorausgesetzt jetzt wie immer, daß man den Begriff der Skulptur oder der Kunst so stark erweitern will, daß man auf diesen anthropologischen Punkt kommt, wo Denken bereits eine Kreation und ein Kunstwerk ist, also plastischer Vorgang ist und fähig ist, eine bestimmte Form zu erzeugen, und sei es nur eine Schallwelle, die das Ohr des anderen erreicht-, wenn ich das also jetzt niederschreibe; gibt es in der Welt eine Form, die ist zweifellos vom Menschen gemacht. Aber wenn ich zum Fenster herausschaue, dann sehe ich einen Tannenbaum, ist auch nichts anderes als eine Form, und die ist nicht vom Menschen gemacht. Wenn ich den Begriff also radikal bis an diese Stelle erweitere und anthropologisch mache und den Kreativitätsbegriff schon im Denken ansetze, der fähig ist, Formen in der Weltzu bewirken, muß ich eigentlich auch sagen, daß es zu den Formen, die ich produziere, Parallelformen gibt, die nicht vom Menschen gemacht sind.
(Joseph Beuys: Werkstattgespräch mit Joseph Beuys. Stuttgart 2011. S. 81)

John Cage: Unsere Poesie jetzt ist die Erkenntnis, dass wir nichts besitzen.

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