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Auguste 2 Paul




In der Schlucht

In der Schlucht
Drängen die Vielen,
Schulter an Schulter.

Meinen Weg gehe ich nicht.
Sie stoßen und stören
Mich – sehr.

Am Rande sitzen sie,
Die jungen Frauen
Und klagen und weinen.

Eine von ihnen
Wird sterben
Schon bald.

Ich höre und sehe,
Weine –
Dann auch.

Will weg
Von ihnen –
Den Schönen.

Vom Gedränge auf die
Hochebene. Die Scham
Der Schlucht - Einsam.

Mühsam
Beginne ich
zu fliegen.

Im Gelingen
Beginnt der Kampf,
Die Höhe zu halten,

Dem Gedränge
Der Klage
Zu entfliehen.

Mein Freund
Kommt und fliegt -
mit mir.
Wir schweben
Und gleiten.

Er fliegt
In die Schlucht
Ins Tal.

Sein Weg
Wird enden -
Schon bald.

Ich fliege hinauf
Auf die Hochebene,
Unverhofft eine Berührung,
Die Hand
Einer Einsamen.

Sie ist schön.
Ich fasse sie -
Gerne.

Einen Augenblick
Und die Schöne
Fliegt, fliegt
mit mir
Hand in Hand.

Mit Mühen kann sie
nur folgen.
Wir verlieren
An Höhe -
Ein Absturz droht.

Ich stütze sie,
Ich fasse sie an,
Greife
An ihre Brust.
Wir fliegen.

Verschämt
Ihr Blick
Und der meine.

Ich will
Bei ihr
Bleiben.

Sie will
Auch
Zu mir.

Aber
Die Geselligen,
Sie rufen.
Sie setzt sich
Dazu - hinweg.

-------------------------------------------

Ich gehe,
Gehe wieder
Im Gedränge.

Sie stoßen mich an.
Sie drängen.
Sie stören.

Im Tal der Schlucht
Wird geheiratet
Sie heiratet ihn.

Ihre Reizwäsche wird gespannt
Zwischen
Den Stämmen.

Er spricht
Zu mir,
Ich kenne ihn gut.

„Sie schläft
Nicht
Bei mir.

Sie schläft
Im Wagen.
Warum?

Warum schläft
Sie im Wagen?
Und nicht bei mir?“

Ihr will
Ich gratulieren
Mit Freuden.

Sie ruft
Mich
Herbei.

Ihre Scham
Ist groß. Sie zieht
Mich heran.

Ihr Mund
Will mich
Küssen.

Sie zieht
Mich
In ihre Schlucht.

Ihre Nägel
So lang.
Sie kneift in
Mein Glied,
In den Sack.

Mein Mund
Will sie
küssen.

Doch Ihre Nägel
Und er
Halten mich ab.

Ich gehe zu
Ihm, er riecht nicht
So schön.

Ich atme
Ich rieche
Und spreche:

„Nimm
Drei Scheiben
Vom Brot.

Vom Brot,
Dem
Weißen.

Und halte sie,
Halte sie
Stets,

Stets
Vor deinen
Mund.“

© wRoo 2014

Synthetische Fragmente.

"Man muß jetzt viele Punkte gleichzeitig bringen, so daß die Leute in einen Wahlzwang kommen. D.h., sie können vielleicht gar nicht mehr wählen, aber sie müssen schnell entscheiden, was sie sich zuerst aufpacken[...] Es geht glaube ich nur noch mit überschwemmungen. [...]Die Fragmentarisierung eines Vorgangs betont seinen Prozeßcharakter, verhindert das Verschwinden der Produktion im Produkt (Heiner Müller: Der Dramatiker und die Geschichte seiner Zeit)
Die Interpretation ist die Arbeit des Zuschauers [...] Dem Zuschauer darf diese Arbeit nicht abgenommen werden."
(Heiner Müller: Die Form entsteht aus dem Maskieren)

 Elias Canetti: Ich habe es schwer, ich lebe gern.

Kleinewiges



Pina Bausch: Ich habe gewagt dahinzugehen, wo ich nicht wußte, was dabei rauskommt.

Blute, du liebes Herz



Sinn konstruieren.

Ein und dieselber Erfahrung kann für zwei verschiedene Menschen unterschiedlich Sinn haben, wenn die beiden über verschiedene Glaubensschablonen verfügen und auf verschiedene Weisen aus Erfahrungen Sinn konstruieren.
David Foster Wallace: Das hier ist Wasser.

Jean-Luc Godard: Ich versuchte herauszufinden, herauszulösen und wieder zusammenzusetzen.

Wer aber weiß es zu deuten?



Ein einziges Bewußtsein.

Die gesamte Schöpfung ist wie ein einziges Bewußtsein, dieses Bewußtsein muss mit sich im Einklang sein, so dass es sich nicht gegen sich selbst richtet, damit wir uns freuen können, am Leben zu sein - mit allen anderen Menschen auf dem selben Planeten.
(John Cage: Out of the Cage.)



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