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Dichten ist Maß-Nahme



Todesursache
Nervengas Giftgas
regt den Körper an
produziert
viel Flüssigkeit
Schleim

die Menschen
ertrinken
im eigenen Schleim
kein Rätsel kein Schein
Schleim in dem
die Menschen ertrinken

er läuft
durch die Luftröhre
in die Lungen kein Blut
vor den Mündern
nur Schleim Schleim
Schaum vor dem Mund

in wenigen Minuten
starben Hunderte
viele Kinder
und sie gruben
und gruben und hörten
und hören nichts mehr

kein Rätsel
kein Schein

und sie graben
und graben
und hören nicht
hören nichts
kein rätsel
kein Schein

Tränen Speichel
Schleim
manche lebten noch
und keuchten
und keuchten
und starben

ohne Worte sprachlos
am Ende
haben alle
alle
das gleiche
Gesicht

Tod
und
Auferstehung
ich grab
ich grab mich
dir zu

© wRoo 2014


Joseph Beuys: Alles was Menschen also herausstellen - das sollte auch der neue Kulturbegriffsein - muß wie eine Frage in der Welt stehen, die nach Ergänzung und nach Verbesserung und nach Erhöhung strebt.

Frühstücksgespräch

Stimmungen als Grundart.

Die Stimmungen sind keine Begleiterscheinungen, sondern solches,was im vorhinein gerade das Miteinandersein bestimmt. Es scheint so, als sei gleichsam je eine Stimmung schon da, wie eine Atmosphäre,, in die wir je erst ,eintauchten und von der wir dann durchstimmt würden.
Es gilt zu sehen und zu sagen, was da geschieht.
Es zeigt sich: Stimmungen sind nicht etwas, das nur vorhanden ist, sondern sie selbst sind gerade eine Grundart und Grundweise des Seins, und zwar des Da-seins, und darin liegt umnittelbar immer: des Miteinanderseins. Sie sind Weisen des Da-seins und damit solche des Weg-seins.
Sie ist positiv eine Grundart, die Grundweise, wie das Dasein als Dasein ist. Weil die Stimmung das ursprüngliche Wie ist, in dem jedes Dasein ist, wie es ist, ist sie nicht das Unbeständigste, sondern das, was dem Dasein von Grund auf Bestand und Möglichkeit gibt.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.100f.)

 

Göttliche Würfel und Würfelspieler.

Ein wenig Weisheit ist schon möglich; aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen: daß sie lieber noch auf den Füßen des Zufalls – tanzen.
O Himmel über mir, du Reiner! Hoher! Das ist mir nun deine Reinheit, daß es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze gibt –
– daß du mir ein Tanzboden bist für göttliche Zufälle, daß du mir ein Göttertisch bist für göttliche Würfel und Würfelspieler! –
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 166f.)


Marcel Proust: Die Lüge ist das wichtigste und meistverwendete Werkzeug der Selbsterhaltung.

Bach Cello Solo Nr. 1

Marko Pajevic: Jedes Gedicht ist der Anti-Computer, auch das vom Computer geschriebene.

ein aufrechtes Schweigen



Die Schreibung ist etwas Lebendiges.

Sie dürfen nicht verkennen, die Orthographie war nicht immer so, wir tendieren viel zu sehr dahin, die als steinerne Gesetzestafeln Mose zu betrachten, es, Orthographie, Schreibung ist ja etwas Lebendiges und nur Duden erst hat diesen steifleinen Ton hineingebracht. Um die Etyms richtig unterbringen zu können, muß die Orthographie flexibel werden.<
Was wir die dudengeregelte Sprache heißen ist eigentlich nur die Sprache des Bewußtseins. Das Unbewußte kennt keine Worte, sondern, es kennt nur (wie ich sie für mich getauft hahe): Etyms.
Jedes Etym faßt, und zwar auf akustischer Basis, eine ganze Anzahl Worte zusammen. Das hat mit der beliebten Wurzel der Philologen ührigens nichts zu tun, denn die Etyms vereinen auch gänzlich divergierende Worte. Es gibt also weniger Etyms, als Worte, Das Unbewußte ist ja dumpfer, als das Beußtsein.
Die ganze Methode läuft insofern gar nicht auf Witze hinaus, als so, am besten, die Meinung sämtlicher Instanzen der Persönlichkeit wiedergegeben werden kann in eine Buchstabenfolge zusammengefaßt. Das Verfahren ist also organisch, berechtigt und gut. -(Arno Schmidt: Über Zettels Traum. S. 35 f.)

Joseph Beuys: Wir müssen die Formen des Denkens, also die inneren Formen des Denkens, als die Voraussetzungen für alle weiteren Verkörperungen ansehen.

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