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dem Nichts stehts entgegen



Todesursache
Nervengas Giftgas
regt den Körper an
produziert
viel Flüssigkeit
Schleim

die Menschen
ertrinken
im eigenen Schleim
kein Rätsel kein Schein
Schleim in dem
die Menschen ertrinken

er läuft
durch die Luftröhre
in die Lungen kein Blut
vor den Mündern
nur Schleim Schleim
Schaum vor dem Mund

in wenigen Minuten
starben Hunderte
viele Kinder
und sie gruben
und gruben und hörten
und hören nichts mehr

kein Rätsel
kein Schein

und sie graben
und graben
und hören nicht
hören nichts
kein rätsel
kein Schein

Tränen Speichel
Schleim
manche lebten noch
und keuchten
und keuchten
und starben

ohne Worte sprachlos
am Ende
haben alle
alle
das gleiche
Gesicht

Tod
und
Auferstehung
ich grab
ich grab mich
dir zu

© wRoo 2014


Jean-Luc Godard: Ich hatte keine Bedenken, alles zu vermischen.

Frühstücksgespräch

Ich habe einen Traum.

Als Kind träumte ich davon, das Universum zu erkunden, andere Welten und Galaxien zu sehen. Dann stellte ich fest, dass man das wohl nur auf dem Planeten tun kann, auf dem man lebt. Auch dieser Planet wartet auf Erkundung. Es beginnt schon mit der Erkundung des eigenen Selbst. Früher einmal dachte ich, Buddha sei eine Person oder eine Gottheit. Aber die existiert nicht. Es ist ein Zustand, der in menschlichen Wesen vorkommt. Es ist unsere Essenz, unser wahres Selbst. Es existiert in jedem Menschen, ob er es weiß oder nicht. Es schläft, weil die meisten von uns direkt aus der Wiege entführt werden. Wir halten uns an das, was man uns beibringt. Manche Menschen sterben für die Ideen anderer und glauben, es seien ihre eigenen.
Bewahre dir deine Träume! Besonders jene, die du als Kind hattest, in der Morgendämmerung deines Lebens. Es ist so schwer, an ihnen festzuhalten, dass viele Leute sie wegwerfen. Was übrig bleibt, ist ein Roboter, der die Träume anderer erfüllt.
Wir müssen um Selbsterkenntnis kämpfen. Es ist wie mit den kleinen Schildkröten, die ins offene Meer wollen: Viele schaffen es, manche nicht. Aber auch für diejenigen, die es nicht schaffen, muss das noch nicht das Ende sein. Begriffe wie Anfang und Ende existieren für mich nicht. Es gibt den Moment, und es gibt Potenzial.
Ein Moment ist eine Miniatur der Ewigkeit. Ewigkeit kann nicht existieren ohne Momente. Wie es ist, im Moment zu sein, kannst du erleben, wenn du ein Instrument spielst oder einen Roman schreibst. Oder stell dir vor, du hast ein Date mit einer schönen Frau: Ihr fangt an zu reden, ohne Probe, ohne Manuskript. Wenn du aus deinem Inneren sprichst, aus dem sogenannten Herzen, bist du vollkommen im Moment. Hinterher sagst du vielleicht: Wir hatten eine gute Zeit, und ich weiß gar nicht, warum. Vielleicht, weil du dich nicht hinter einer Maske versteckt hast, weil du einfach du selbst warst, anstatt Dinge zu sagen, die du in Filmen gehört oder in Büchern gelesen hast.
Ich sage nicht: Ich bin Buddhist. Ich sage: Ich übe, um einer zu werden. Ich versuche den Menschen in mir zu wecken, der noch schläft.
(Wayne Shorter: Ich habe einenTraum.)

 

Mitgegeben auf den Weg

Im Gedicht wird etwas gesagt, doch faktisch so, daß das Gesagte solange ungesagt bleibt, als derjenige, der es liest, es sich nicht gesagt sein läßt. Mit anderen Worten: das Gedicht ist nicht aktuell, sondern aktualisierbar. Das ist, auch zeitlich, die "Besetzbarkeit" des Gedichts: das Du, an das es gerichtet ist, ist ihm mitgegeben auf den Weg zu diesem Du. Das Du ist, noch ehe es gekommen ist, da. (Auch das ist Daseinsentwurf).
(Paul Celan: Der Meridian.)

 Woody Allen: Ich bevorzuge Masturbation; dabei begegnet man einer besseren Klasse von Menschen.

Bach Cello Solo Nr. 1

Joseph Beuys: Künstler sind Arschlöcher.

dem Nichts stehts entgegen



Auf die Schiffe!

Erwägt man, wie auf jeden einzelnen eine philosophische Gesamt-Rechtfertigung seiner Art, zu leben und zu denken, wirkt – nämlich gleich einer wärmenden, sengenden, befruchtenden, eigens ihm leuchtenden Sonne, wie sie unabhängig von Lob und Tadel, selbstgenugsam, reich, freigebig an Glück und Wohlwollen macht, wie sie unaufhörlich das Böse zum Guten umschafft, alle Kräfte zum Blühen und Reifwerden bringt und das kleine und große Unkraut des Grams und der Verdrießlichkeit gar nicht aufkommen läßt – so ruft man zuletzt verlangend aus: Oh daß doch viele solche neue Sonnen noch geschaffen würden!
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

Fernando Pessoa: Wir leben alle fern und namenlos; verkleidet leben wir als Unbekannte.

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