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Komposition der Menschheit



Todesursache
Nervengas Giftgas
regt den Körper an
produziert
viel Flüssigkeit
Schleim

die Menschen
ertrinken
im eigenen Schleim
kein Rätsel kein Schein
Schleim in dem
die Menschen ertrinken

er läuft
durch die Luftröhre
in die Lungen kein Blut
vor den Mündern
nur Schleim Schleim
Schaum vor dem Mund

in wenigen Minuten
starben Hunderte
viele Kinder
und sie gruben
und gruben und hörten
und hören nichts mehr

kein Rätsel
kein Schein

und sie graben
und graben
und hören nicht
hören nichts
kein rätsel
kein Schein

Tränen Speichel
Schleim
manche lebten noch
und keuchten
und keuchten
und starben

ohne Worte sprachlos
am Ende
haben alle
alle
das gleiche
Gesicht

Tod
und
Auferstehung
ich grab
ich grab mich
dir zu

© wRoo 2014


Jean-Luc Godard: Die Form ist das, was am schwierigsten zu verändern ist.

Frühstücksgespräch

Mein Gutes und Böses.

Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten; oft lügt der Geist über die Seele. Also schafft es der Geist der Schwere.
Der aber hat sich selber entdeckt, welcher spricht: Das ist mein Gutes und Böses: damit hat er den Maulwurf und Zwerg stumm gemacht, welcher spricht: »Allen gut, allen bös«.
Wahrlich, ich mag auch solche nicht, denen jegliches Ding gut und diese Welt gar die beste heißt. Solche nenne ich die Allgenügsamen.
Allgenügsamkeit, die alles zu schmecken weiß: das ist nicht der beste Geschmack! Ich ehre die widerspenstigen wählerischen Zungen und Mägen, welche »Ich« und »Ja« und »Nein« sagen lernten.[442]
Alles aber kauen und verdauen – das ist eine rechte Schweine-Art! Immer I-A sagen – das lernte allein der Esel, und wer seines Geistes ist! –
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 194)


 

Eine Zusammenstimmung entgegengesetzter Spannungen.

Die Welt, die die gleiche für alle ist, hat keiner unter den Göttern oder Menschen gemacht; sondern sie war immer, ist jetzt und wird immer ein ewiglebendes Feuer sein, in Massen sich entzündend und in Massen erlöschend.
Die Menschen wissen nicht, wie das, was verschieden ist, mit sich selbst übereinstimmt. Es ist eine Zusammenstimmung entgegengesetzter Spannungen, wie die des Bogens und der Lyra.
Paare sind ganze und nicht ganze Dinge, was zusammengezogen und auseinandergezogen ist, das Zusammenklingende und das Mißklingende. Das eine ist aus allen Dingen zusammengefügt, und alle Dinge gehen aus dem einen hervor.
Gott ist Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Überfluß und Hunger; aber er nimmt verschiedene Gestalten an.
Es ist das Entgegengesetzte, was gut für uns ist.
(Heraklit)

Martin Heidegger: Der Sturm fegt über die Höhe, in der Hütte knarren die Balken, das Leben liegt rein, einfach und groß vor der Seele.

Bach Cello Solo Nr. 1

 Paul Celan: Schlüsselgeräusche oben, im Atem- Baum über euch:

wachsendes Steingrau



Der Versuch, den eigenen Eindruck in den Griff zu bekommen.

Anfangs meint man nämlich, man drücke sich aus, und man macht sich nicht klar, daß dem Ausdruck eine gewaltige Bewegung des Eindrucks zugrunde liegt, die nicht von einem selbst ausgeht. Für mich hat meine ganze Arbeit oder mein Vergnügen dabei, im Film zu arbeiten, darin bestanden, daß ich eher versuchte, meinen eigenen Eindruck in den Griff zu bekommen, ihn mir zu erobern - was jedenfalls für mich keine einfache Sache ist.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.81)

Fernando Pessoa: Wir lieben niemals iregndjemanden. Wir lieben allein die Vorstellung, die wir uns von jemandem machen.

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