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Es waren Augenblicke



Todesursache
Nervengas Giftgas
regt den Körper an
produziert
viel Flüssigkeit
Schleim

die Menschen
ertrinken
im eigenen Schleim
kein Rätsel kein Schein
Schleim in dem
die Menschen ertrinken

er läuft
durch die Luftröhre
in die Lungen kein Blut
vor den Mündern
nur Schleim Schleim
Schaum vor dem Mund

in wenigen Minuten
starben Hunderte
viele Kinder
und sie gruben
und gruben und hörten
und hören nichts mehr

kein Rätsel
kein Schein

und sie graben
und graben
und hören nicht
hören nichts
kein rätsel
kein Schein

Tränen Speichel
Schleim
manche lebten noch
und keuchten
und keuchten
und starben

ohne Worte sprachlos
am Ende
haben alle
alle
das gleiche
Gesicht

Tod
und
Auferstehung
ich grab
ich grab mich
dir zu

© wRoo 2014


John Cage: Ich verwende das Zufallsverfahren aus Liebe zum Zufall.

Frühstücksgespräch

Der Dummheit Schaden tun.

Gewiß hat der so hartnäckig und überzeugt gepredigte Glaube von der Verwerflichkeit des Egoismus im ganzen dem Egoismus Schaden getan (zugunsten, wie ich hundertmal wiederholen werde, der Herden-lnstinkte!) namentlich dadurch, daß er ihm das gute Gewissen nahm und in ihm die eigentliche Quelle alles Unglücks suchen hieß. »Deine Selbstsucht ist das Unheil deines Lebens« – so klang die Predigt jahrtausendelang: es tat, wie gesagt, der Selbstsucht Schaden und nahm ihr viel Geist, viel Heiterkeit, viel Erfindsamkeit, viel Schönheit; es verdummte und verhäßlichte und vergiftete die Selbstsucht! – Das philosophische Altertum lehrte dagegen eine andere Hauptquelle des Unheils: von Sokrates an wurden die Denker nicht müde zu predigen: »eure Gedankenlosigkeit und Dummheit, euer Dahinleben nach der Regel, eure Unterordnung unter die Meinung des Nachbars ist der Grund, weshalb ihr es so selten zum Glücke bringt – wir Denker sind als Denker die Glücklichsten.«
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

 

Werk des Zufalls

Unsere täglichen Erlebnisse werfen bald diesem, bald jenem Triebe eine Beute zu, die er gierig erfasst, aber das ganze Kommen und Gehen dieser Ereignisse steht ausser allem vernünftigen Zusammenhang mit den Nahrungsbedürfnissen der gesammten Triebe: sodass immer Zweierlei eintreten wird, das Verhungern und Verkümmern der einen und die Überfütterung der anderen. Jeder Moment unseres Lebens lässt einige Polypenarme unseres Wesens wachsen und einige andere verdorren, je nach der Nahrung, die der Moment in sich oder nicht in sich trägt. Unsere Erfahrungen, wie gesagt, sind alle in diesem Sinne Nahrungsmittel, aber ausgestreut mit blinder Hand, ohne Wissen um den, der hungert, und den, der schon Überfluss hat. Und in Folge dieser zufälligen Ernährung der Theile wird der ganze ausgewachsene Polyp etwas ebenso Zufälliges sein, wie es sein Werden ist
(Friedrich Nietzsche. Die Morgenröte.)

 Höderlin: „Es ist kein Eigensinn«, stöhnt er aus tiefstem Herzen, »was mir meine Natur und meine jetzige Lage bestimmt. Es ist meine Natur und mein Schicksal, und dies sind die einzigen Mächte, denen man den Gehorsam niemals aufkündigen darf.

Bach Cello Solo Nr. 1

Friedrich Nietzsche: Noch lebe ich, noch denke ich: ich muß noch leben, denn ich muß noch denken. Sum, ergo cogito: cogito, ergo sum.

Massive Volume Reduction



Betrachtung der Formen.

Im menschlichen Bereich entsteht ästhetische Form wenn Traditionen existieren die stark und beständig wie Berge durch leuchtende Schönheit angenehm gemacht werden. Betrachten wir die Formen die es in den Himmeln gibt lernen wir, die Zeit und ihre sich ändernden Forderungen verstehen. Durch die Betrachtung der Formen, die in der menschlichen Gesellschaft bestehen, wird es möglich, die Welt zu gestalten.
(John Cage: Silence. S. 40f.)

Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch. (Mt, 10, 8)

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