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[Matthäus-Evangelium vs. Also sprach Zarathustra] mashUp

Gelobt sei die kleine Armuth



Friedrich Nietzsche: Die größten Ereignisse – das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.

Der Missionsbefehl

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte.
Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten.
Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes,
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
(MT 28, 16-20.)

Sprachbad



Friedrich Nietzsche: Die größten Ereignisse – das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.

Das Original.

Was wir für ein Original halten, hat mindestens ebenso viel mit dem Prozess der Entstehung und seinem oder seinen Schöfern zu tun wie mit dem Prozess der Rezeption und Einordnung. Die Konstruktion des Originals gelingt also nur, wenn es auch Rezepienten gibt, die es als ein solches wahrnehmen wollen. Ich plädiere deshalb an dieser Stelle dafür, mit der Vorstellung vom objektiven Kunstwerk zu brechen. Originalität, Krativität und vielleicht sogar Genialität entstehen immer im Auge des Betrachters. Es sind Prozesse der Zuschreibung, über die diese Begrifflichkeiten konstruiert werden. Ich halte diese drei Aspekte für zentral, um den Begriff des Originals neu zu verstehen: Dieses ist kein binär zu unterscheidendes solitäres Werk (1), sondern ein in Bezüge und Referenzen verstrickter Prozeess (2), und seine skalierte Originalität beruht immer auf Zuschreibungen und Konstruktionen (3), die man mit ihm verbinden will.

(Dirk von Gehlen: Mashup. Lob der Kopie.)

Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Mt, 13, 9)

wachsendes Steingrau



Das Unentdeckte im fernsten Meere.

Eurer Kinder Land sollt ihr lieben: diese Liebe sei euer neuer Adel – das unentdeckte, im fernsten Meere! Nach ihm heiße ich eure Segel suchen und suchen! An euren Kindern sollt ihr gut machen, daß ihr eurer Väter Kinder seid: Alles Vergangene sollt ihr so erlösen! Diese neue Tafel stelle ich über euch!
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 204)

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt, 18, 20)

Eisiger Atem des Alleinseins



Friedrich Nietzsche: Ja! – darf man fragen – würde denn der Mensch überhaupt ohne jene religiöse Schule und Vorgeschichte es gelernt haben, nach sich Hunger und Durst zu spüren und aus sich Sattheit und Fülle zu nehmen?

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