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digitale gesell Schaft



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


John Cage: Ich habe nichts zu sagen, und ich sage es - und das ist Poesie, wie ich sie brauche.

Fohes Fest

Von einem, der das Spiel in die Hand nimmt.

Seit der Geist menschlich und geschichtlich - allzumenschlich und allzugeschichtlich - wurde und von seiner Verwicklung ins Gewordene Notiz nahm, ist er wieder mitten im Spiel: als einer, mit dem immer schon gespielt wurde; zugleich als einer, der selbst das Spiel in die Hand nimmt.
Peter Sloterdijk: Für eine Philosophie des Spiels.

 

Versuch über das Leben der Künstler.

Indem die Anderszaubernden sich unaufhörlich wandeln, atmen sie den Raum aus, aus dem ihnen alles kommt. Seine Weite ist ihnen geläufiger als ihr manifestes Werk. Sie könnten alles, was sie erschaffen haben, vergessen, nur nicht die Sphäre, aus der das Schaffen kommt und weitergeht.
Peter Sloterdijk: Versuch über das Leben der Künstler.

Karlheinz Stockhausen: Engel sind neugierig – aber höflich.

Herzzeit 2.0

Leser ihrer selbst.

Wieviel mehr erschien es mir jetzt so, da ich memte, daß dieses Leben, das man im Dunkel lebt, aufgehellt und Zur Wahrheit dessen, was es war, zurückgeführt, daß dIeses Leben, das man unaufhörlich fälscht, in einem Buch verwirklicht werden könnte! Wie glücklich würde der sein, dachte ich, der ein solches Buch zu schreiben vermöchte, doch welche Arbeit liegt auch vor ihm. Um davon eine Vorstellung Zu geben, müßte man Vergleiche aus den höchsten und verschiedenartigsten Künsten entnehmen; denn dieser Schriftsteller, der im übrigen bei der Gestaltung jedes Charakters , um ihn plastisch darzustellen, die entgegengesetzten Seiten aufzuzeigen hätte, müßte sein Buch sorgfältig unter unaufhörlicher Umgruppierung der Kräfte wie eine Offensive vorbereiten, es ertragen wie die Qual der Ermüdung, wie eine Ordensregel auf sich nehmen und wie eine Kirche erbauen, ihm folgen wie einer ärztlichen Weisung, es überwinden wie ein Hindernis, erobern wie eine Freundschaft, hegen und pflegen wie ein Kind, es schaffen wie eine Welt, ohne jene Geheimnisse außer acht zu lassen, die ihre Erklärung wahrscheinlich nur in anderen Welten finden, deren erahntes Sein jedoch das ist, was uns im Leben und in der Kunst am tiefsten zu bewegen vermag. In solchen großen Büchern aber gibt es ganze Partien, die aus Mangel an Zeit im Zustand der Skizze geblieben sind und die zweifellos auch nie fertiggestellt werden können, weil der Plan des Baumeisters zu großartig war. Wie viele gewaltige Kathedralen bleiben unvollendet! Man nährt ein solches Werk, man verstärkt seine schwachen Teile, man sucht es zu erhalten, dann aber ist es dieses Werk, das wächst, unser Grab bezeichnet, es vor Gerüchten und eine Zeitlang sogar vor dem Vergessen bewahrt. Um aber auf mich selbst zurückzukommen, so dachte ich bescheidener an mein Buch, und es wäre sogar ungenau zu sagen, daß ich dabei an die, die es lesen würden, an meine Leser dachte. Denn sie würden meiner Meinung nach nicht meine Leser sein, sondern die Leser ihrer selbst, da mein Buch nur etwas wie ein Vergrößerungsglas sein würde, ähnlich jenen, die der Optiker in Comray einem Käufer über den Ladentisch reichte - mein Buch, das ich ihnen ermöglichen würde, in sich selbst zu lesen.
(Marcel Proust.)

ich grab mich dir zu



Martin Heidegger: Fragen ist das Philosophieren in erster Linie, das eigentliche Philosophieren.

 Vögelei, Schmeichelei, Erfolg, Geld
alles,was ich tue, ist: am Daumen nuckeln.
(Ikkyû Sôjun)

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