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Pallaksch



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


Roland Barthes: Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.

Fohes Fest

Dasein des heutigen Menschen.

Wir können nur fragen, ob der heutige Mensch jene Spitze des schärfsten Augenblicks immer schon abgebrochen und umgebogen hat und stumpf macht und stumpf erhält durch die Eiligkeit seines Reagierens, durch die Plötzlichkeit seiner Programme, welche Eiligkeit und Plötzlichkeit er mit oder Entschlossenheit des Augenblicks zusammenwirft. Wir können jene tiefe Langeweile im Dasein des heutigen Menschen nicht feststellen, wir können nur fragen, ob der heutige Mensch nicht gerade in und durch alle seine heutigen Menschlichkeiten jene tiefe Langeweile niederhält, und das heißt, ob er nicht sein Dasein als solches sich verbirgt.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.248.)

 

Ein Gewebe von Zitaten.

Heute wissen wir, dass ein Text nicht aus einer Reihe von Wörtern besteht, die einen einzigen, irgendwie theologischen Sinn enthüllt (welcher die Botschaft des Autor-Gottes wäre), sondern aus einem vieldimensionalen Raum, in dem sich verschiedene Schreibweisen, von denen keine einzige originell ist, vereinigen und bekämpfen. Der Text ist ein Gewebe von Zitaten aus unzähligen Stätten der Kultur. […] [Der Schreiber kann] nur eine immer schon geschehene, niemals originelle Geste nachahmen. Seine einzige Macht besteht darin, die Schriften zu vermischen und sie miteinander zu konfrontieren,
(Roland Barthes: Der Tod des Autors.)

Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. (Mt, 6, 34)

Herzzeit 2.0

Hohe Stimmungen.

Mir scheint es, daß die meisten Menschen an hohe Stimmungen überhaupt nicht glauben, es sei denn für Augenblicke, höchstens Viertelstunden, – jene wenigen ausgenommen, welche eine längere Dauer des hohen Gefühls aus Erfahrung kennen. Aber gar der Mensch eines hohen Gefühls, die Verkörperung einer einzigen großen Stimmung sein – das ist bisher nur ein Traum und eine entzückende Möglichkeit gewesen: die Geschichte gibt uns noch kein sicheres Beispiel davon.
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

Dichten ist Maß-Nahme



John Cage: Es gibt nicht so was wie Stille. Etwas geschieht immer, das einen Klang erzeugt.

Dieser höllische Mist der Poesie
schafft eine gute Art zu leiden;
die Menschen lieben sie.
Menschen: dumm wie Pferd und Kuh. (Ikkyû Sôjun)

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