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myArt 151220



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Bienengleichnis



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


Novalis: Der Dichter betet den Zufall an.

Bomben für den Frieden

Kein Leben im eigentlichen Sinne.

Ich gehöre zu einer Generation, die den Unglauben an den christlichen Glauben geerbt und in sich den Unglauben gegenüber allen anderen Glaubensüberzeugungen hergestellt hat. Unsere Eltern besaßen noch den Impuls des Glaubens und übertrugen ihn vom Christentum auf andere Formen der Illusion. Einige waren Enthusiasten der sozialen Gleichheit, andere nur in die Schönheit verliebt, andere glaubten an die Wissenschaft und ihre Vorzüge, und wieder andere gab es, die dem Christentum stärker verbunden blieben und in Orient und Okzident nach religiösen Formen suchten, mit denen sie das ohne diese Formen hohle Bewußtsein, nur noch am Leben zu sein, beschäftigen könnten. All das haben wir verloren, all diesen Tröstungen gegenüber sind wir als Waisenkinder geboren worden. Jede Zivilisation folgt der inneren Linie einer Religion, die sie repräsentiert: Auf andere Religionen übergehen heißt, diese verlieren und damit letztlich alle verlieren.
Ohne Glauben haben wir keine Hoffnung und ohne Hoffnung haben wir kein Leben im eigentlichen Sinne. Da wir keine Vorstellung von der Zukunft haben, haben wir auch keine Vorstellung vom Heute.
(Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe. S. 294.)

 

Wie bei einem Experiment

Man müßte ein Stück Film zeigen. Dafür müßte man es zunächst finden, und man müßte auch schon die Suche nach diesem Stück Film zeigen, mengenweise kleine Stücke vorführen und erzählen, wie man sie gefunden hat, Sagen: In der Richtung haben wir gesucht ... , und dann plötzlich, gemeinsam mit Ihnen und vor Ihnen, wie bei einem Experiment, feststellen, daß es das kleine Stück ist, das interessiert, und es dann zu einem anderen in Beziehung setzen und so ein Stück Geschichte daraus machen.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.61)

Fernando Pessoa: Im heutigen Leben gehört die Welt nur den Narren, den Grobschlächtigen und den Betriebsamen.

Herzzeit 2.0

Vita femina.

Die Griechen beteten wohl: »zwei- und dreimal alles Schöne!« Ach, sie hatten da einen guten Grund, Götter anzurufen, denn die ungöttliche Wirklichkeit gibt uns das Schöne gar nicht oder einmal! Ich will sagen, daß die Welt übervoll von schönen Dingen ist, aber trotzdem arm, sehr arm an schönen Augenblicken und Enthüllungen dieser Dinge. Aber vielleicht ist dies der stärkste Zauber des Lebens: es liegt ein golddurchwirkter Schleier von schönen Möglichkeiten über ihm, verheißend, widerstrebend, schamhaft, spöttisch, mitleidig, verführerisch. Ja, das Leben ist ein Weib!
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

gegen-einander-über



Karlheinz Stockhausen: Je schneller die Kommunikation, umso geringer die Information.

Wenn Ihr Euch vielmehr ausschließlich der Zazen-Praxis hingebt, Euch jetzt genau der gleichen Sitzhaltung wie Buddha anvertraut und die unzähligen persönlichen Dinge ablegt, dann geht Ihr weit über Täuschung und Erwachen, Fühlen und Denken hinaus, dann werden weltliche und heilige Wege bedeutungslos.
(Dogen: Bendowa)

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