www.zuschauKunst.de

myArt 151220



160618,...160515,...160507,...160422,...160227,...151220,...150926,...1500815,...150623,...150515,...150406,...150103,...141212,...141028

ein aufrechtes Schweigen



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


Paul Celan: Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs.

Fohes Fest

Die Wahrnehmung ist doppelt.

In den Augenblicken, in denen wir die unvoreingenommensten Zuschauer der Natur, der Gesellschaft, der Liebe, ja selbst der Kunst sind, erfahren wir, dass jede Wahrnehmung doppelt ist: die eine Hälfte steckt im Objekt, die andere in uns und kann nur von uns allein erkannt werden. Wir beeilen uns aber, diese zu vernachlässigen, obschon sie die einzige ist, der wir nachgehen müssten. Wir berücksichtigen nur die andere Hälfte, die, da sie nur äußerlich ist, nicht vertieft werden kann, sie verdient also nicht unsere Mühe. Wir finden andrerseits die Aufgabe zu schwierig, die kleine Spur wahrzunehmen, dIe der Anblick einer Weißdomhecke oder einer Kirche in unserem Innern hinterlassen hat.
(Marcel Proust.)

 

Versuch über das Leben der Künstler.

Indem die Anderszaubernden sich unaufhörlich wandeln, atmen sie den Raum aus, aus dem ihnen alles kommt. Seine Weite ist ihnen geläufiger als ihr manifestes Werk. Sie könnten alles, was sie erschaffen haben, vergessen, nur nicht die Sphäre, aus der das Schaffen kommt und weitergeht.
Peter Sloterdijk: Versuch über das Leben der Künstler.

Marcel Proust: Die Erschaffung der Welt hat nicht ein für allemal stattgefunden [...], sie findet unabwendbar alle Tage wieder statt.

Herzzeit 2.0

Sprich auch du

Sprich -
Doch scheide das Nein nicht vom ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.
(Paul Celan: Sprich auch du.)

Open Source



Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Mt, 13, 9)

Etwas zu schreiben,
um es der Nachwelt zu hinterlassen,
ist nur ein weiterer Traum.
Wenn ich erwache, weiß ich:
Da wird es keinen geben, der es liest. (Ikkyû Sôjun)

home wRoo Kontakt & Impressum