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Massive Volume Reduction



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


Joseph Beuys: Die Kunst ist etwas Lebendiges unter Umständen auch nur ein fragmentarischer Impuls.

Bomben für den Frieden

Muße und Müßiggang.

Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag ißt, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet, – man lebt wie einer, der fortwährend etwas »versäumen könnte«. »Lieber irgend etwas tun als nichts« – auch dieser Grundsatz ist eine Schnur, um aller Bildung und allem höheren Geschmack den Garaus zu machen. Und so wie sichtlich alle Formen an dieser Hast[191] der Arbeitenden zugrundegehn: so geht auch das Gefühl für die Form selber, das Ohr und Auge für die Melodie der Bewegungen zugrunde. Der Beweis dafür liegt in der jetzt überall geforderten plumpen Deutlichkeit, in allen den Lagen, wo der Mensch einmal redlich mit Menschen sein will, im Verkehre mit Freunden, Frauen, Verwandten, Kindern, Lehrern, Schülern, Führern und Fürsten – man hat keine Zeit und keine Kraft mehr für die Zeremonien, für die Verbindlichkeit mit Umwegen, für allen Esprit der Unterhaltung und überhaupt für alles Otium. Denn das Leben auf der Jagd nach Gewinn zwingt fortwährend dazu, seinen Geist bis zur Erschöpfung auszugeben, im beständigen Sich-Verstellen oder Überlisten oder Zuvorkommen: die eigentliche Tugend ist jetzt, etwas in weniger Zeit zu tun als ein anderer. Und so gibt es nur selten Stunden der erlaubten Redlichkeit: in diesen aber ist man müde und möchte sich nicht nur »gehen lassen«, sondern lang und breit und plump sich hinstrecken.
(Friedrich Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft.)

 

Göttliche Würfel und Würfelspieler.

Ein wenig Weisheit ist schon möglich; aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen: daß sie lieber noch auf den Füßen des Zufalls – tanzen.
O Himmel über mir, du Reiner! Hoher! Das ist mir nun deine Reinheit, daß es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze gibt –
– daß du mir ein Tanzboden bist für göttliche Zufälle, daß du mir ein Göttertisch bist für göttliche Würfel und Würfelspieler! –
(Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Frankfurt a.M. 1982. S. 166f.)


Martin Heidegger: Philosophie ist etwas Urtümlich-Eigenständiges.

Herzzeit 2.0

Von der höchsten Gleichförmigkeit.

Im planetarischen Imperialismus des technisch organisierten Menschen erreicht der Subjektivismus des Menschen seine höchste Spitze, von der er sich in der höchsten Ebene der organisierten Gleichförmigkeit niederlassen und dort sich einrichten wird. Die Gleichförmigkeit wird das sicherste Instrument der vollständigen, nämlich technischen Herrschaft über die Erde.
(Martin Heidegger: Holzwege. S.109.)

lauter Wörter und kein einziges Wort



Thomas Bernhard: Der Stoff ist nicht der Zweck der Kunst, aber die Ausführung ist es.

 „Ein Mönch fragte Tozan: „Was ist Buddha?“
Tozan antwortete. „Drei Pfund Flachs“. (Ikkyû Sôjun)

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