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Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


Jean-Luc Godard: Ich habe immer kopiert. Der erste Satz, den ich kopiert habe, ist wahrscheinlich "Mama und Papa".

Bomben für den Frieden

So bliebe wenig übrig.

Man spricht immer von Originalität, allein was will das sagen! So wie wir geboren werden, fängt die Welt an, auf uns zu wirken, und das geht so fort bis ans Ende. Und überhaupt, was können wir denn unser Eigenes nennen als die Energie, die Kraft, das Wollen! – Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig.

(Goethe)

 

Originalität.

»Heute«, beklagte sich Herr K., »gibt es Unzählige, die sich öffentlich rühmen, ganz allein große Bücher verfassen zu können, und dies wird allgemein gebilligt. Der chinesische Philosoph Dschuang Dsi verfaßte noch im Mannesalter ein Buch von hunderttausend Wörtern, das zu neun Zehnteln aus Zitaten bestand. Solche Bücher können bei uns nicht mehr geschrieben werden, da der Geist fehlt. Infolgedessen werden Gedanken nur in eigner Werkstatt hergestellt, indem sich der faul vorkommt, der nicht genug davon fertig bringt. Freilich gibt es dann auch keinen Gedanken, der übernommen werden, und auch keine Formulierung eines Gedankens, die zitiert werden könnte. Wie wenig brauchen diese alle zu ihrer Tätigkeit! Ein Federhalter und etwas Papier ist das einzige, was sie vorzeigen können! Und ohne jede Hilfe, nur mit dem kümmerlichen Material, das ein einzelner auf seinen Armen herbeischaffen kann, errichten sie ihre Hütten! Größere Gebäude kennen sie nicht als solche, die ein einziger zu bauen imstande ist!«
(Bertolt Brecht: Geschichten von Herrn Keuner.)

Marcel Proust: Die Lüge ist das wichtigste und meistverwendete Werkzeug der Selbsterhaltung.

Herzzeit 2.0

Sprich auch du

Sprich -
Doch scheide das Nein nicht vom ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.
(Paul Celan: Sprich auch du.)

Dichten ist Maß-Nahme



 Paul Celan: Wir leben unter finsteren Himmeln, und - es gibt wenig Menschen. Darum gibt es wohl auch so wenig Gedichte.

Zehn Tage im Tempel machen mich taumeln.
Der rote Faden zwischen meinen Beinen
wird immer länger.
Wenn ihr mich nun sehen wollt, sucht mich
in der Kneipe, beim Fischhändler
oder im Freudenhaus. (Ikkyû Sôjun)

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