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myArt 151220



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das Augenkind



Der vergangene Sommer
war schön,
sehr schön.
So gegenwärtig
trotz Allem.

Unsere Tage
in Venedig,
der Spaziergang
am Strand.
Ein langes Jahr,
so kurz.

Ich habe Sehnsucht
nach Paris.
Sehnsucht nach
unseren Märchen,
Sehnsucht
nach Dir.

Wie weit oder
wie nah
bist Du mir?
Bin ich Dir?
Ich habe Angst
um Dich.

Schweigen
und wieder
Nicht-Schweigen

Will die Steine
von Deiner Brust
schieben.
Soll ich
ein Schiff bauen.

Leise Worte
in die Ferne
gesprochen
aus einem
widerspruchsvollen
Herzen.

Ob du sie hörst?
Oder nicht hörst,
nicht hören willst.
Ich will
nicht zu viel sagen.

Heute
sage
ich Dir:
Du bist mir
Wüste
und
Meer.

© wRoo 2015


John Cage: Ich habe nichts zu sagen, und ich sage es - und das ist Poesie, wie ich sie brauche.

Bomben für den Frieden

Das Geheimnis fehlt in unserem Dasein.

Das Ausbleiben der wesenhaften Bedrängnis des Daseins ist die Leere im Ganzen, so daß keiner mit dem anderen und keine Gemeinschaft mit der anderen in der wurzelhaften Einheit eines wesentlichen Handelns steht. Alle und jeder sind wir die Angestellten eines Schlagwortes, Anhänger eines Programms, aber keiner ist der Verwalter der inneren Größe des Daseins und seiner Notwendigkeiten. Diese Leergelassenheit schwingt am Ende in unserem Dasein, deren Leere ist das Ausbleiben einer wesenhaften Bedrängnis. Das Geheimnis fehlt in unserem Dasein, und damit bleibt der innere Schrecken aus, den jedes Geheimnis bei sich trägt und der dem Dasein seine Größe gibt. Das Ausbleiben der Bedrängnis ist das im Grunde Bedrängende und zutiefst Leerlassende, d. h. die im Grunde langweilende Leere. Dieses Ausbleiben der Bedrängnis wird nur scheinbar verdeckt, vielmehr gerade bezeugt durch die Umtriebe des heutigen Dahintreibens. Denn letztlich ist in all dem Organisieren und Programmbilden und Probieren ein allgemeines sattes Behagen in einer Gefahrlosigkeit. Dieses Behagen im Grunde unseres Daseins, trotz all der vielen Nöte, macht es, daß wir glauben, es nicht mehr nötig zu haben, im Grunde unseres Wesens stark zu sein.
(Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. S.224.)

 

Montage.

Diesen Aspekt der Montage muss man nämlich verstecken, er ist zu gefährlich. Es heisst, die Dinge zueinander in Beziehung setzen, damit man sie sieht, eine eindeutige Situation. Man muß immer zweimal sehen. Das ist es, was ich mit Montage meine, einfach etwas in Verbindung setzen.
(Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos. S.16)

Martin Heidegger: Der Sturm fegt über die Höhe, in der Hütte knarren die Balken, das Leben liegt rein, einfach und groß vor der Seele.

Herzzeit 2.0

Das Gedicht spricht.

Aber das Gedicht spricht ja! Es bleibt seiner Daten eingedenk, aber – es spricht. Gewiß, es spricht immer nur in seiner eigensten, allereigensten Sache.
Aber ich denke – und dieser Gedanke kann Sie jetzt kaum überraschen –, ich denke, daß es von jeher zu den Hoffnungen des Gedichts gehört, gerade auf diese Weise auch in fremder – nein, dieses Wort kann ich jetzt nicht mehr gebrauchen –, gerade auf diese Weise in eines Anderen Sache zu sprechen – wer weiß, vielleicht in eines ganz Anderen Sache.
(Paul Celan: Büchner-Preis-Rede.)

wozu Dichter



Jean-Luc Godard: Es ist hart, wenn man sich ändern muss.

Wenn ihr gehen wollt, will ich euch nicht zurückhalten. Wenn wahres Vertrauen im Herzen erwacht, solltet Ihr Euch schulen und Euch selbst erfahren und erforschen. Sonst ist es besser, für eine Weile zu warten.
(Dogen: Bendowa)

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